Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 563

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

10 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 547. See the scan on archive.org.

1sollte.1) – Ueber das ebenfalls von Stelzner erfundene eine Oktave tiefer stehende »Cellone« vgl. No. 939 (Seite 567 des Katalogs). Außer verschiedenen Kammermusikwerken von Felix Draeseke, Arnold Krug, A. E. Gerspacher u. a., in denen diese „Stelzner-Instrumente“ Verwendung fanden, ist die Oper „Der Pfeifertag“ von Max Schillings (Erstaufführung: Schwerin 1899) zu erwähnen, deren Partitur die »Violotta« als Soloinstrument vorschreibt; auch in zwei Opernwerken von Stelzner selbst, dem 1902 in Dresden aufgeführten „Rübezahl“ und dem im nächsten Jahre in Cassel aufgeführten Musikdrama „Swatowits Ende“ sind »Violotta« und »Cellone« als „gleichberechtigt und gleichbepflichtet“ dem Orchester einverleibt – Es ist bedauerlich, daß seit dem tragischen Tode des Erfinders (Juli 1906) die Bewegung der „Stelzner-Instrumente“ zum Stillstand gekommen ist.
3Bratschenbögen: siehe No. 999, 1000, 1001, 1006, 1007, 1013, 1015 etc.
51) „Der Repräsentant des Tenors hat in der bisherigen Besetzung unseres Streich-Quartetts nach Tonumfang und Tonfarbe einfach gefehlt und ist wohl oder übel ersetzt teils durch die tiefen Lagen der Bratsche, teils durch die hohen Töne des Cello. Die »Violotta« ist also, wie ehedem die Violine, als Repräsentant und Gefährte des Soprans, aus einer zwingenden musikalischen Notwendigkeit hervorgegangen, weil sie nach Tonumfang – sie steht eine Oktave tiefer als die Geige – wie nach ihrer Klangfarbe, die, wie vielfache Versuche durch Mitsingen ergeben haben, eine geradezu verblüffende Aehnlichkeit mit derjenigen der Tenorstimme aufweist, dem Tenore genau entspricht und fortan Repräsentant und Gefährte des Tenors sein wird.
7Schon der Stimmung nach ist die »Violotta« eine künstlerische Notwendigkeit. Wir gewinnen eine freie Gesangsaite von köstlicher Kraft und Klangschönheit, die E-Saite, für das Ensemble. Vor allem aber ist das musikalisch-ästhetische Gleichgewicht in der künftigen Besetzung des Streich-Quartetts mit der Violotta gegeben, insofern nunmehr wie im Vokalquartett, das niemand noch einfiel, mit zwei Sopranen, Alt und Baß, zu besetzen, vier der Klangfarbe – und auch der Tonhöhe – nach verschiedene Instrumente gegeben sind, unter denen Violine und Violotta in demselben Verhältnis zu einander stehen, wie Viola und Violoncello – je eine Oktave auseinander.
9Mit der Violotta ist dem Komponisten als Solo- und Orchester-Instrument ein neues, ergiebiges Ausdrucksmittel gegeben, vor allem aber das Instrument, welches in der bisherigen Kammermusik und insbesondere im Streich-Quartett nach Tonumfang und Tonfarbe fehlte.“ („Zeitschrift für Instrumentenbau“, 16. Band, S. 3.)

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