Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 565

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

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1ließ. — Die Saitenstimmung der »Viola pomposa« entsprach dem Violoncell, vermehrt um eine höhere Quinte:
3der Klang war jedoch in Wirklichkeit eine Oktave höher, wenn auch infolge der größeren Dimensionen des Instruments (die Zargenhöhe betrug z. B. 8—9 cm) weit voller und kräftiger als bei der gewöhnlichen Bratsche. — Bekanntlich war Bach selbst Bratschenspieler,1) und die Vermutung liegt nahe, daß er durch die Vorliebe für die Alt- und Tenorgeige zur Einführung der »Viola pomposa« als eines nach der Höhe zu ausgiebigeren und daher zur Begleitung besser geeigneten Instruments angeregt wurde. In Forkels „Musikal. Almanach für Deutschland auf das Jahr 1782“ heißt es hierüber (S. 34):
5„Wenn der Violinist ein Violinsolo spielte, so wußte der Kenner der Musik lange nicht recht, womit er begleitet werden müsse. Der flügel, oder das Pianoforte wäre freylich am geschicktesten hierzu gewesen; der Violinspieler aber glaubte, sein Solo werde durch die harmonische, volle Begleitung zu sehr verdunkelt. Er wollte also lieber mit einem bloßen Violoncell begleitet seyn, oder gar seinen Bass auf einer zweyten Violine spielen lassen. Das erste Instrument, nemlich das Violoncell, stand gegen die Violin in einer allzu weiten Entfernung, und ließ zuviel Zwischenraum, als daß die Begleitung desselben vortheilhaft für den Violinspieler, und für den Kenner der Harmonie, harmonisch genug hätte sein können. Das zweyte Instrument stand dem Hauptinstrumente allzu nahe, und überstieg es bisweilen sogar. Hierinn ein Mittel zu finden, und beyde Extremen zu vermeiden, erfand der ehemalige Kapellmeister in Leipzig, Herr Joh. Seb. Bach, ein Instrument, welches er Viola pomposa nennt. Es wird wie ein Violoncell gestimmt, hat aber in der Höhe eine Saite mehr, ist etwas größer als eine Bratsche, und wird mit einem Bande so befestigt, daß man es vor der Brust und auf dem Arme halten kann.“ — Diese Angaben Forkels finden eine Bestätigung in dem Franz Benda behandelnden biographischen Bericht, den Joh. Ad. Hillers „Lebensbeschreibungen berühmter Musikgelehrten und Tonkünstler“ (Leipzig 1784) enthalten: bei einem Besuche, den Benda im Karneval 1738 dem berühmten Konzertmeister Joh. Georg Pisendel in Dresden abstattete, trug er eine Reihe von Violinsoli
71) Siehe Joh. Nepomuk Forkel, „Ueber Joh. Seb. Bachs Leben, Kunst und Kunstwerke“ (Leipzig 1802, S. 46): „In musikalischen Gesellschaften, in welchen Quartette oder vollstimmige Instrumentalstücke aufgeführt wurden, und er sonst nicht dabe beschäftigt war, machte es ihm Vergnügen, die Bratsche mit zu spielen. Er befand sich mit diesem Instrument gleichsam in der Mitte der Harmonie, aus welcher er sie von beyden Seiten am besten hören und genießen konnte.“

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