Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 576

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

2 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 560. See the scan on archive.org.

1sein müssen, wenn man sie gegen die Violine, der Tonlage des Instruments gemäß, mathematisch richtig annehmen wollte. Hatte sich bei der Bratsche schon die Notwendigkeit herausgestellt, der bequemeren Handhabung beim Spielen wegen, von der mathematischen Richtigkeit der Größenverhältnisse usw. abzuweichen (vgl. Seite 538 des Katalogs), so wiederholt sich dieses beim Violoncell von neuem. Nach langem Probieren hat man für eine willkürliche Annahme gewisser Elemente, z. B. der Dimensionen für Decke, Boden und Zargen, die besten Bedingungen für den Bau sehr guter Instrumente darin gefunden, daß der Ton der Luftmasse im Instrumentkörper ungefähr das f zunächst unter dem Violin c, also eine Oktave höher als das mathematische Gesetz es erfordert, angibt. Es sind zu dem Ende die Länge der Körperteile vermindert, die Höhe der Zargen dagegen vermehrt worden. Wollte man hingegen das Instrument nach den mathematischen Grundsätzen seiner Tonlage bauen, so würde seine Länge und Breite größer werden als wir sie jetzt bauen, während dagegen die Stärke des Holzes in Decke und Boden und die Höhe der Zargen viel geringer sein müßten. Hierdurch würden sich aber beim Spielen des Instrumentes eine Menge Unbequemlichkeiten herausstellen.“ Wird als durchschnittliche Länge des Violinkörpers 36 cm angenommen, so müßte entsprechend ihrer um eine Quinte bzw. Duodezime tieferen Stimmung das Bratschenkorpus anderthalbmal und das Violoncellkorpus dreimal größer sein, mithin bei der Bratsche 54 cm und beim Violoncell 108 cm betragen; die in der Praxis angewandte Länge beläuft sich aber nur auf 39 bzw. 75 cm. Ein gleiches Verhältnis ist bei der Festsetzung der Saitenlänge angestrebt, die 49 1/2 bzw. 99 cm ergeben müßte, in Wirklichkeit aber bei der Bratsche nur 36 3/4 und beim Violoncell nur 70 cm beträgt. „Bei letzterem Instrument hat man die theoretische Saitenlänge dadurch ziemlich erreicht, daß der Hals des Instruments eine größere Länge erhielt, als er sie haben würde, wenn auch hier dasselbe Prinzip wie bei der Decke und dem Boden beibehalten worden wäre. Dies konnte beim Violoncell um so eher auf diese Art ermöglicht werden, da der Spieler durch die von Violine und Bratsche abweichende Art der Haltung des Instruments den linken Arm nicht zum Halten desselben bedurfte, sondern Arm und Hand nun ganz frei und ungehindert am Halse des Instruments bewegen kann.“ (Rühlmann, a. a. O., S. 298 u. 299.) — Fast alle großen italienischen Geigenbauer bauten auch Violoncelli. Besondere Wertschätzung genießen die Instrumente von Antonio Stradivari, Carlo Bergonzi, Francesco Ruggeri, Vincenzo Ruggeri detto il Per, Pietro Giacomo Rogeri etc.

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