Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 623

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

15 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 607. See the scan on archive.org.

1Hieronymus B. eine große mit 10 Doppelsaiten bezogene Theorbe (No. 5; signiert: „Hieronymus Bonon.“) und eine 5saitige Viola da braccio (No. 15; signiert: „Hieronymus Brensius Bonon.“; vgl. Seite 411 des vorlieg. Katalogs). Die Maße dieser drei Instrumente sind in den 1888 erschienenen „Descrizione aggiunta alle fotografie degli Instrumenti antichi conservati nel Liceo Musicale di Bologna“ mitgeteilt.
3Busch, Ernst. (Altgambe No. 802, Tenorgambe No. 808.)
4Obwohl Ernst Busch in Nürnberg zu den besten deutschen Violenbauern des 17. Jahrhunderts zu rechnen ist, sind irgend welche biographische Angaben über ihn nicht bekannt. In Joh. Gabriel Doppelmayrs „Historische Nachricht von den Nürnberg. Mathematicis und Künstlern“ (Nürnberg 1730) ist er auffallenderweise nicht erwähnt, und auch Nachforschungen im Kgl. Kreisarchiv und Städt. Archiv zu Nürnberg sind bisher ergebnislos verlaufen. — Geboren ist B. zwischen 1585 – 90; er arbeitete etwa bis zum Jahre 1645. Er baute hauptsächlich Gamben; seine sorgfältig gearbeiteten Instrumente zeichnen sich durch eigenartige in mehrfachen Schweifungen verlaufende Korpusform aus (vgl. Seite 453 u. 457 des Katalogs).
5Eine aus der Sammlung Claudius stammende Diskantgambe v. J. 1617 befindet sich im „Musikhistorisk Museum“ zu Kopenhagen (No. 379); C. Claudius in Kopenhagen besitzt noch eine Contrabassgambe v. J. 1638 Eine zweite Bassgambe (Violone) v. J. 1641 gehört dem Germanischen Museum zu Nürnberg (No. 15), eine undatierte Tenorgambe dem Gewerbemuseum zu Markneukirchen (No. 188). Eine früher in der Sebalduskirche zu Nürnberg gebrauchte Tenorviole ist in dortigem Privatbesitz.
7Carcassi, Lorenzo. (Reparaturvermerk im Violoncello No. 922 und im Contrabass No. 943.)
9Carcassi, Lorenzo e Tommaso. (»Viola d’amore« No. 840.)
10Zu der Familie Carcassi in Florenz gehören verschiedene tüchtige Instrumentenmacher, deren näheres Verwandtschaftsverhältnis jedoch nicht aufgeklärt ist. Ein Joannes C. war gegen Ende des 17. Jahrhunderts Cembalo- und Spinettmacher; ein Oktavspinetto dieses Meisters v. J. 1698 besitzt das Musikhistorische Museum zu Stockholm (No. 31). Ein Zeitgenosse von ihm war Matteo C., Sohn des Giov. Andrea, der 1709 – 12 im Florentiner Staatsarchiv unter den „Chitarrai“ aufgeführt ist.1) Ein Francesco C. war als Geigenbauer c. 1735 – 1760 tätig und dürfte der Vater von Lorenzo und Tommaso gewesen sein. Nach Zettelinschriften zu urteilen, arbeiteten beide Brüder von 1745 bis ca. 1770 gemeinschaftlich; doch hatte Lorenzo auch eine eigene Werkstatt, die sich bei der Kirche „Madonna dei Ricci“2), später in Borgo San Fridiano befand. Im Jahre 1755 hielt er sich anscheinend vorübergehend in Turin auf (s. u.) und dürfte gegen 1775 gestorben sein; von Tommaso ist noch ein Zettel mit der Jahreszahl 1786 bekannt.3) Die Brüder führten das Ladenschild „All’ Insegna del Giglio“ („zur Lilie“) und befaßten sich außer mit Bau und Reparatur von Streichinstrumenten auch mit der Verfertigung von Harfen und Guitarren. — Weitere Mitglieder der Familie C. sind: Antonio Felice (1773), Vincenzo (1790) und Salvatore C. (1802); letzterer war hauptsächlich Guitarrenmacher.
121) Mat. L. 27; mit dem Adressenvermerk: „In via Nuova da Ognissanti“ und der Randbemerkung: „del 1712 a Prato“. (Cf. L. Puliti „Cenni storici…“, Firenze 1874, p. 80/81.)
132) Der Zettelvermerk „della Madonna dei Ricci“ ist nicht als Ladenschild sondern als Wohnungsangabe aufzufassen; die Kirche befindet sich noch heute in der Via del Corso. Auch die Chitarrai Giovanni Piccinetti (1677; vgl. Seite 632 des Katalogs) und Filippo Montelatici (1697) hatten hier ihre Werkstatt. (cf. Puliti, l. c)
143) Nachgebildet in de Wits „Geigenzettel alter Meister“, 1. Teil, Tafel IV No. 50.

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