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Scan 24
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
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1Der Schule von Florenz und Rom können auch die Bologneser Geigenbauer zugezählt werden. Auch hier lassen sich Berührungspunkte finden zwischen den Meistern der einzelnen Städte. Die Florentiner, an ihrer Spitze die Gabrielli und Carcassi, bauten meist Instrumente mit mittelstarker, zuweilen auch hoher Wölbung. Das verwendete Material ist selten ersten Ranges, die Arbeit läßt ebenfalls die letzte Feinheit vermissen. Dasselbe gilt im großen ganzen auch von den römischen Meistern. Bei diesen tritt deutscher Einfluß stark zutage und die infolge der ausgeprägten Hohlkehle plötzlich ansteigende Wölbung ihrer Instrumente gemahnt an den Stainerschen Typ. Diese Anlehnung an deutsche Art erklärt sich leicht: in Rom waren lange Zeit hindurch die Geigenbauer großenteils Deutsche. Sonderbar — auch manchen Florentinern ist eine Beziehung zur tiroler Schule nicht ganz abzusprechen. Vangelisti, beispielsweise, baute seine Geigen in ähnlichen Verhältnissen, und auch andere Florentiner Meister, selbst die Gabrielli, weisen Verwandtes auf. — Die ff-Löcher lassen die Vollendung der Zeichnung vermissen, die wir bei den guten Cremoneser Meistern finden. Harte Linien, deren Unschönheit vermehrt wird, weil sie in die plötzlich aufsteigende Wölbung geraten und darum noch eckiger erscheinen, führen zu den Punkten der ff-Löcher und beleidigen nicht selten bei den Florentiner Arbeiten das Auge. Dagegen weist die Römische Schule oft die kurze rundliche Form der ff auf, deren vollkommene Zeichnung Stainer gegeben hatte. Aber auch bei diesen Instrumenten verschönern die ff-Ausschnitte nicht das Gesamtbild. Das alles tritt gewiß bei den besten Meistern stark zurück, denn diesen danken wir vieles Gute und Schöne, aber es ist doch mehr oder minder typisch für die Richtung überhaupt. — Der in beiden Städten verwendete Lack ist meist gelblich oder bräunlich und spröder als der Cremoneser. (Siehe Näheres bei der Vergleichung der Lacke.) — Die Bologneser entfernen sich eher von dem gegebenen Bilde; ihre Instrumente zeigen mehr den Einfluß der Cremoneser oder — zumal in der ersten Zeit — der Brescianer Schule, doch auch sie sind nicht erstklassige Erzeugnisse; weder die Wahl des Materials noch die Vollendung der Ausführung stellen sie mit den besten Cremoneser Arbeiten auf eine Stufe. Der in Bologna verwendete Lack weist durchschnittlich dunklere, bzw. rötlichere Färbungen auf, als derjenige aus
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