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Scan 26
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
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1Florenz oder Rom. — Manches Verwandte ließe sich noch der Schule Florenz-Rom-Bologna anreihen, u. a. Arbeiten aus Pisa, Livorno und Genua.
3Venedig nimmt unter den Hauptstätten des Geigenbaus eine Art Sonderstellung ein. Die Venezianer Meister der frühesten Zeit, die alten Lauten- und Violenmacher des XVI. Jahrhunderts stehen der damaligen Schule von Brescia nahe. Hier wie dort finden wir Namen von deutschem Klang, und zweifellos wirkte in jener frühen Epoche, in welcher die Lauten- und Violenbaukunst in Deutschland in hoher Blüte stand, deutscher Einfluß befruchtend auf die Kunst der Italiener. Die eigentliche Brescianer Schule macht sich auch späterhin vom alten Violentyp nie ganz frei, denn was in Brescia in anderem Stil geschaffen wurde, steht im Zeichen der Cremoneser. In Venedig aber verschwindet die altertümliche Bauweise früher. Die Cremoneser Meister, die mittlerweile die Geigenbaukunst auf die höchste Stufe der Vollendung erhoben hatten, werden hier vorbildlich. Schüler der Amati und des Stradivari lassen sich in Venedig nieder. Und dennoch verliert sich der deutsche Einfluß nie völlig. Waren es die vielen Handelsbeziehungen, welche die „Königin der Adria“ mit dem Norden verbanden, war es die vielfach zutage tretende Vorliebe für die Arbeiten Stainers — immer wieder machen sich Anklänge an den deutschen Stil bemerkbar. Kurze, rundliche ff-Löcher, in der Zeichnung mehr zu denen Stainers als zu jenen der Amati neigend, fallen vielfach — zumal bei Serafino Santo — auf. Eine völlige Sonderstellung — und davon wird noch später die Rede sein — nimmt aber der Lack der Venezianer ein. Er ist ein hauptsächliches Erkennungszeichen für die der Schule von Venedig zuzuschreibenden Arbeiten. Was die Vollendung der Ausführung und die Wahl des Materials betrifft, so stehen die Instrumente der guten Venezianer Meister mit an allererster Stelle. Bezüglich des Tones ist die Rangstellung nicht die gleiche. Selbstredend machen dabei die direkten Schüler der Cremoneser Meister eine Ausnahme, und zwar ganz besonders Montagnana, der einst gleichzeitig mit Stradivari bei Nicola Amati tätig war, und dessen Arbeiten so sehr an Stradivari gemahnen. (Sind diese Geigenbauer im vorstehenden Verzeichnis auch bei den Venezianern angeführt, so gehören sie doch ebensogut zur Cremoneser Schule, deren Stil in ihren Werken wiederzuerkennen ist. Wir finden daher
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