Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 27

Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907

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1die Namen doppelt genannt.) Den eigentlichen Venezianern schwebte mehr das Schönheitsideal früherer Zeiten vor: Süße und Nüancierungsfähigkeit des Tones, nicht dessen Größe und Tragfähigkeit. In dieser Hinsicht zeigen sie wiederum Verwandtschaft mit der deutschen Schule, die damals völlig im Banne Stainers stand. Auch dessen Geigen entzückten noch in Mozarts Tagen durch die Lieblichkeit ihres Klanges; Soloinstrumente für den Konzertgebrauch sind sie heute nicht mehr, denn es fehlt ihnen die Macht des Tones, um sich siegreich gegen unser modernes Orchester zu behaupten. Die flachgebauten Geigen in der Art des Stradivari und Guarneri haben sie verdrängt und sie in das Gebiet der Kammermusik verwiesen.
3Wiederholt ist für die Erkennung der Instrumente die Bedeutung der Zeichnung der \( ff \)-Löcher hervorgehoben. Die vergleichenden Abbildungen (S. 21) zeigen die Haupttypen der \( ff \)-Ausschnitte. Fast jeder Meister aber — und das ist bezeichnend für alle italienischen Schulen — bestrebte sich originell zu sein. Auch wenn er nach einem bestimmten Vorbilde arbeitete, so änderte er in Einzelheiten und suchte seinem Werk ein persönliches Gepräge zu geben. Das tritt auch beim Schnitt der \( ff \)-Löcher zutage. Dennoch lassen sich diese fast alle mehr oder minder auf die wiedergegebenen Grundformen zurückführen.
5Wesentlich verschieden sind die \( ff \) der Brescianer Schule von jenen der Cremoneser. Langgestreckt, steifer, unbeholfener erscheinen sie. Rundlich ist dagegen das \( f \) der Cremoneser, dem Auge wohlgefälliger. Das der Brüder Amati ist dünner, schmäler als jenes des Nicola Amati und seiner Nachahmer, wodurch die seitliche Rundung weiter auszugreifen scheint. Stradivari vollendet die Zeichnung des Amati-\( f \). Eigenartig ist bei ihm die Aushöhlung der unteren Zungen, die schwach ausgestochen sind. Charakteristisch für die Brescianer \( ff \) ist, daß deren obere und untere Punkte sich fast gleichen, d. h. in der Größe jedenfalls nicht so stark voneinander abweichen, wie die der Cremoneser Meister. Den Brescianer \( ff \) am nächsten stehen die von Jos. Guarneri del Gesù geschnittenen. Auch sie sind eckiger und gestreckter als die der anderen Cremoneser. Bezeichnend ist ferner für die Brescianer Schule die oft fast parallele Stellung der \( ff \)-Ausschnitte. — Manche Meister setzen die \( ff \) höher, andere tiefer und mehr dem Rande zu. (Auch

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