Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 31

Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907

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1und späterhin c zusetze, oder ob ich a und c gemeinsam schmelze und dann erst b hinzusetze. Kurz, es kommen so viele Nebensächlichkeiten in Betracht, daß eine chemische Analyse aussichtslos erscheinen muß. Ich habe mich einst, ausgehend von alten Lackrezepten, jahrelang mit diesen Fragen praktisch beschäftigt. Daß alle meine Versuche kein positives Resultat zeitigen konnten, das hätte ich mir eigentlich von vornherein sagen können, denn — wäre es mir auch tatsächlich gelungen, den Lack der alten Cremoneser herzustellen, das Ergebnis wäre doch gewesen: ein neuer Lack auf einer neuen Geige! Vielleicht hätte diese ausgesehen, wie vor Jahrhunderten ein Meisterinstrument, jedenfalls wäre sie aber völlig verschieden gewesen von dem, was wir heute als alt und echt kennen. Förderte also meine Arbeit nur negative Resultate, so hatte sie doch das eine Gute, daß sie mich lehrte, wie manches nicht gewesen sein kann. Dahin gehört auch die Frage des Öllacks. Schon E. Mailand hat in seinem verdienstlichen und oft zitierten Buche darauf hingewiesen, daß fette Öle keinen Hauptbestandteil des alten Lacks gebildet haben können. Fettes Öl, wie Leinöl, kann nur zur Erschließung der Harze beim Schmelzen gedient haben, und es kann nur in geringem Verhältnis — nicht über 5% — Bestandteil des Lacks gewesen sein. Fette Öllacke, wie die käuflichen Bernstein- und Kopallacke, werden hart und spröde. Schon von der Ölmalerei her ist es bekannt, daß der Luft ausgesetztes fettes Öl stetig sich verändert. Durch seine langsame aber ununterbrochen fortlaufende Oxydation verliert es im Laufe der Zeit immer mehr seine Bindekraft, denn es wird rissig. Es macht Lack wie Farbe schwer und beeinträchtigt deren Haltbarkeit. Wir wissen auch, daß die Technik der älteren Maler eine wesentlich andere gewesen ist, als die der seit den Brüdern van Eyck immer mehr zur Aufnahme gelangten eigentlichen Ölmalerei. Tempera- und Harzfarben herrschten einst vor. Die Haltbarkeit und Lichtbeständigkeit der Farben jener ältesten Meister schwebt uns heute als unerreichbar vor. Sollte dies nicht auch bei der Lackfrage zu denken geben? — Daß die besten italienischen Lacke sich weich und fettig anfühlen, das ist gerade ein Beweis dafür, daß sie keine oder nur ganz geringe Zusätze von fetten Ölen haben. Auch der von den Malern benutzte „Isochromfirnis“ fühlt sich fettig an — er enthält nur Mastix, Venez. Terpentin und ätherisches Öl. Die schweren Ölfirnisse aber,

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