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Scan 32
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
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1mit denen hin und wieder ungeschickte Geigenbauer ihre Arbeiten überziehen, sind das strikte Gegenteil vom Lack der alten Italiener. Sie mögen anfänglich, solange sie noch weich sind, die Schwingungen des Holzes wenig behindern; sie trocknen aber stetig weiter aus und verhärten, so daß das Instrument nach zwanzig Jahren schlechter klingt, als nach zehn — und so im gleichen Fortschritt seinen Wert verliert.
3Zur Zeit der ältesten Brescianer Meister (siehe auch bei Maggini) scheinen noch zwei Arten von Lack im Gebrauch gewesen zu sein, ein konsistenter und ein dünner, harzärmer und dafür farbstoffreicherer, doch vergänglicherer. Ein uns erhalten gebliebener Brief an den Herzog von Ferrara unterstützt diese Annahme, indem er besagt, daß der alte Venezianer Meister Sigismund Maler dem Schreiber erklärt habe, er verwende für seine Instrumente zweierlei Arten von Lack. Späterhin, zumal bei den Cremonesern, treffen wir nur mehr die erstgenannte Sorte: den berühmten Lack, dessen Grundbestandteile fast zwei Jahrhunderte hindurch dieselben gewesen sein müssen. Ob das Lösemittel ätherisches Öl war oder Spiritus, möge dahingestellt sein. Entgegen der Ansicht mancher Chemiker müssen frühe schon harzlösende hochgradige Alkohole verwendet worden sein. Ich selbst besitze Rezepte von Spirituslacken aus der in Frage kommenden Zeit; — ein mit Harzen zusammengeschmolzener geringer Zusatz fetten Öls löst sich auch in Alkohol, so daß der Spirituslack nicht völlig dieses Bindemittels zu entbehren braucht. Die größere Wahrscheinlichkeit aber liegt für die ätherischen Öle vor, zumal unter Zusatz der weicheren und beim Auftragen schmiegsameren Arten, wie z. B. Lavendel- oder Spiköl. Unter den Harzen scheint Mastix als Zusatz starke Verwendung gefunden zu haben. Daß Bernstein benutzt wurde — immer wieder ist von „Bernsteinlacken“ die Rede — ist zum mindesten unwahrscheinlich. In solchen Mengen, wie er für einen so ausgedehnten Gebrauch nötig gewesen wäre, ist wohl kaum der einst so teure nordische Bernstein in Italien in den Handel gekommen. Zudem kannte noch das XVIII. Jahrhundert nur dessen Erschließung durch Zusammenschmelzen mit Kolophonium. — Was die Farbe betrifft, die in den alten Lacken vom hellen Gelb oder Braun bis zu sattroten Tönen wechselt, so glaube ich, daß dieselbe lediglich durch den Hitzgrad beim Schmelzen resp.
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