Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 33

Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907

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1Kochen der Harze entstanden ist, und daß keine eigentlichen Farbstoffe, seien es Extrakte aus Farbhölzern oder Lösungen von Farbharzen, dabei Verwendung fanden. Manche Harze durchlaufen je nach dem Grade ihrer Erhitzung und der Art der Zusätze von anderen Harzen eine ganze Stufenleiter von Farbtönen, so beispielsweise die Aloe hepatica oder lucida vom hellen Braun bis zum satten Rubinrot oder gar Ziegelrot. Damit ist auch — die Selbstbereitung der Lacke vorausgesetzt — die große Verschiedenheit der Farbnüancen bei den Instrumenten oft eines und desselben Meisters zu erklären, denn bei einer solchen von Zufälligkeiten abhängenden Herstellungsmethode in einer Zeit, in welcher genaue Wärmemessungen durch Thermometer noch unbekannt waren, mußte eben jeder Lack anders ausfallen.
3Und dann — was mag auch die Zeit für eine Rolle bei der Erhaltung oder Veränderung der Lackfarbe gespielt haben? Sonderbar ist es, daß alte zeitgenössische Gemälde — so viel mir bekannt — nie die Streichinstrumente in ausgeprägt rötlichen Farbtönen wiedergeben. Jedenfalls spielt eine Hauptrolle beim Aussehen der alten Lacke der im Laufe der Jahre entstandene dunkle Untergrund des Holzes. Dieses satte Braun, das den herrlichsten Lacken als Untergrund dient, ist wohl noch schwerer nachzuahmen als der Lack selbst! Zumal das weiche Holz der Decke der Streichinstrumente, das jeden Farbstoff im Schwamm und in den Jahren ungleich aufsaugt, widerstrebt einer künstlichen Behandlung, sei es durch schädliche Beizen oder durch eigentliche Farbe. Dieser Holzgrund, dessen Entstehung bei den italienischen Instrumenten aber kaum lediglich deren Alter zuzuschreiben ist, ist wohl durch eine besondere Behandlung (Grundierung) begünstigt worden, die dem Eindringen des farbigen Lacks in die Poren des Holzes vorbeugen sollte; er ist sicherlich auch von Einfluß auf die Klangfähigkeit der Hölzer gewesen, und dies mindestens im selben Maße, wie der dann aufgetragene Lacküberzug. Er ist eines der sichersten Erkennungszeichen für Alter und Herkunft der Instrumente, denn auf den italienischen Meisterwerken ist er ein anderer, satterer, fetterer wie auf den meisten gleichalterigen Arbeiten anderer Herkunft. — Außer dem Auge mag aber auch das Gefühl Richter sein: ein guter Cremoneser oder Brescianer Lack ohne nachträglichen Überzug fühlt sich sammetweich an; andere Firnisse sind im Ver-

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