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Scan 34
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
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1gleich zu ihm trockener und spröder. Der gute Lack greift sich beim Gebrauch des Instruments an den Berührungspunkten leicht und gleichmäßig ab. Verletzungen des Lacks zeigen heute noch Neigung, an den Rändern zu verlaufen. Ich habe eine Jos. Guarneri-Geige gesehen, deren starkaufgetragener zarter Lack vor langen Jahren durch Fingernägel an einzelnen Stellen herausgekratzt war. Ohne sonstiges Hinzutun hatten die Ränder der Beschädigungsstellen ihre scharfen Kanten verloren und die Verletzungen sahen wie verschwommen aus.
3Kommen wir auf die einzelnen Lacke zu sprechen, die in den zuvor angeführten fünf Schulen der italienischen Geigenbaukunst im Gebrauch waren, so läßt sich folgendes zu ihrer Kennzeichnung sagen:
5Brescia. Bräunliche Farbtöne aller Nuancen, größte Zartheit bei der Berührung. Der Lack ist oft ziemlich dick aufgetragen und an Durchsichtigkeit steht er dem Cremoneser nach. Auch zeigt er Neigung nachzudunkeln. (Grillet glaubt dies auf einen Grundanstrich zurückführen zu müssen, mit dem das Holz versehen sei.)
7Cremona. Gleiche oder ganz ähnliche Zusammenstellung der Grundbestandteile, wie beim Brescianer Lack, doch andere Farbtöne. Auch er fühlt sich sammetartig an; eine völlige Erstarrung dieses Lacks ist bis heute nicht eingetreten. Gerade bei den besten Lacken läßt sich durch leichte Erwärmung eine Erweichung hervorrufen. Längere Berührung mit den Fingern vermag noch Eindrücke zu hinterlassen, die dann von selbst wieder verschwinden. Seine Färbung — sie ist empfindlich gegen direktes Sonnenlicht, zumal die rötlichen Töne — war in der frühesten Zeit die des Bernsteins, dann zog man etwas dunkleres Braungelb vor, später Rötlich (Brüder Amati) bis zum satten Rot übergehend, in der letzten Zeit leuchtendes Braun. Manche Lacke — und es sind noch nicht die schlechtesten — zeigen leichte Neigung zum Kräuseln (C. Bergonzi) oder weisen ganz feine, unter der Lupe deutlich sichtbare Risse auf, die sich jedoch nur auf die oberste Schicht erstrecken. Die Technik der Auftragung ist bei manchen Meistern wohl die gewesen, daß die ersten Schichten des Lackes von hellerer, gelblicherer Färbung waren, als die späteren eigentlichen Farblackstriche.
9Mailand und Neapel. Der Geigenbau Neapels dankt seine Blüte der Einführung der Kunst durch Alessandro
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