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Scan 289

Von der Violine, 1906

6 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 255. See the scan on archive.org.

1weiteren Entwicklung der Geigenkunst in Deutschland. Diese Auszeichnung gebührt hier zunächst Ferd. David.
3Ferdinand David, geb. in Hamburg 1810 wurde frühzeitig Spohrs Schüler; aber er scheint bis zu einem seltenen Grade die Fähigkeit besessen zu haben, andere Einflüsse in sich aufzunehmen und zu verwerten, ohne seine eigne Individualität darüber zu verlieren. Sein Stil war eine glückliche Verschmelzung von Leichtigkeit, Schliff, Eleganz und Gediegenheit, und in seinem kompositorischen Schaffen vereinigte sich auch tüchtiges musikalisches Können mit anmutiger melodiöser Erfindung, rhythmischer Pikanterie und mit effektvoller Behandlung des Instrumentes. Dabei war er ein ausgezeichneter Quartettspieler und Solist; er war zu Hause in den tiefen Fluten Bachs und Beethovens und in den seichteren Gewässern der modernen Virtuosen, — man schätzte ihn als unvergleichlichen Konzertmeister und begeisternden Lehrer. Diese Vorzüge, zu denen noch seine hohen Verdienste um die Herausgabe alter klassischer Meisterwerke für die Violine kamen, machten David in der Tat zu einer sehr hervorragenden künstlerischen Macht in seinen Tagen. Und wenn wir uns erinnern, dass mit Mendelssohn und Schumann und der Gründung des Leipziger Konservatoriums 1842 der Schwerpunkt des musikalischen Lebens in Norddeutschland für eine Zeit in Leipzig lag, so ist es nicht überraschend, dass wir auch ihn, den einflussreichsten Violinlehrer seiner Zeit, als Lehrer an diesem Institute finden.
5Seine Schüler waren so zahlreich wie die Tartinis. Wir finden sie bis zum heutigen Tage überall in hervorragenden Stellungen in Deutschland und anderswo.

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