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Scan 300

Von der Violine, 1906

6 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 264. See the scan on archive.org.

1und sein Beispiel die besten italienischen Kunstideale auf französischen Boden zu verpflanzen. 1697 zu Lyon als der Sohn eines Musikers geboren, war Leclair für zwei Jahre ein Schüler von Somis in Turin, wohin ihn das Schicksal als Ballettmeister verschlagen hatte. Bei seiner Rückkehr nach Frankreich nahmen wie gewöhnlich die „vingt-quatre“ Anstand gegen die Einführung unwillkommener neuer Ideen; aber, grossmütig in diesem Falle, wies man ihm als Äquivalent für seine hervorragenden Leistungen eine untergeordnete zweite Geigerstelle im „grand choeur“ der Oper für eine Besoldung von 400 Frs. an, für welches Honorar er in der Ballettmusik und der Begleitung der Chöre mitzuwirken hatte. Infolge von Zerwürfnissen mit dem derzeitigen Geigerkönig Guignon gab er nach einigen Jahren der Plackerei diese, seinem Talente durchaus unwürdige Stellung auf und lebte hinfort in der Zurückgezogenheit nur als Lehrer und Komponist für sein Instrument. Der vortreffliche Künstler nahm ein beklagenswertes Ende. Er wurde am Abend des 22. Oktober 1764 in Paris nicht weit von seiner Wohnung, auf der Strasse von unbekannter Hand und aus unbekannten Gründen ermordet.
3Indem wir hier als von geringerer Bedeutung die Geiger: Jacques Aubert (gest. 1753), Guillemain (1705—70), Jean Joseph Cassanea de Mondonville (1715—73), Antoine Dauvergue (1711—97), sowie die drei bereits erwähnten Tartini-Schüler — André Noel Pagin (geb. 1721 in Paris), Pierre Lahoussaye (1735—1818) und Joseph Touchemoulin (1727—1801) — übergehen, kommen wir zu dem namhaftesten französischen Violin-Künstler des 18. Jahrhunderts, Pierre Gaviniés.
5Er wird gewöhnlich als der Gründer der früheren

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