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Scan 314

Von der Violine, 1906

6 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 276. See the scan on archive.org.

1nischer Verdauungsnot und anderen Paganini-Symptomen litten, eignete sich der kühlere Belgier nur an, was er leicht und gut mit der treubewährten, kostbaren Erbschaft „seines Viotti“*) verschmelzen konnte. Selbst in Dingen wie die technischen Einzelheiten der Bogenführung (ich wende mich hier an den Violin-Schüler) ist zu bemerken, wie die besten Spieler der belgischen und belgisch-französischen Schule Mässigkeit und Diskretion geübt haben. Man beobachte bei fast allen die niedrige Lage des Ellenbogens und Oberarms**) und die be- wundernswerte Ausbildung resp. Tätigkeit des Handgelenks und Vorarms. Beide erhalten sich im vollkommenen Gleichgewicht (indem bald das Handgelenk, bald der Vorarm gleichsam die Initative ergreift), und beide genügen nicht allein allen Anforderungen, welche Bogenschwierigkeiten an sie stellen mögen, sie sind auch den Gesetzen der Ästhetik immer gehorsam. An Joachims und seiner besten Schüler Bogenführung, füge ich hinzu, kann man dieselbe Beobachtung machen. Aber ich weiss es aus guter Quelle, dass diese und andere Dinge, wie das Studium der „sons filés“, das Ausarbeiten der Akzente in den Passagen usw. zu den Überlieferungen Viottis gehören. Der Meister, sagt man, war so fein empfindlich in bezug auf die Be-
3*) Man wird sich erinnern, dass der Lehrer de Bériots, André Robberechts, ein Schüler Viottis war — während Massart durch Kreutzer, Léonard durch Habeneck (Baillot) auf Viotti ihre Ausbildung zurückführten.
5**) Dies ist als „beziehentlich“ niedrig zu verstehen, denn die Lage des Oberarms, Ellenbogens und Vorarms wechselt natürlich mit jeder Saite. Sieh’ „The Art of Violin-bowing“, Paul Stoeving, London.

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