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Scan 337
Von der Violine, 1906
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1Carlo Farinas Beispiel fand augenscheinlich tatbereite Nachfolger in Deutschland, denn Joh. Jacob Walther (geb. 1650) schlägt in seinem Hortulus Chelicus, 1694 in Mainz gedruckt,*) noch dieselbe Note in der Nachahmung des Kuckucks, der Nachtigall, des Hahnengeschreis und Hennengegackers an. Technisch jedoch bezeichnen seine Erzeugnisse einen nicht unbedeutenden Fortschritt gegen die Farinas. Die fünfte Lage ist angewendet (mit einer Exkursion des 4. Fingers bis zum hohen g); der Komponist befleissigt sich einer grösseren Mannigfaltigkeit in den Spielarten, Figuren, Bogenstrichen usw. Musikalisch befriedigender, d. h. gediegener und gehaltvoller als Walther und Farina zeigt sich Franz Heinrich Biber. In seinen Violin-Kompositionen ist schon das Streben nach individuellem Ausdruck in klarer, formgerechter Sprache unverkennbar.
3Aber Italiens damalige Überlegenheit in musikalischer Beziehung offenbart sich hier nunmehr auffallend. Das rechte Gefühl für Form, Ebenmass und Schönheit muss den Italienern angeboren sein, was wir auch als Grund für diese Erscheinung anzunehmen gewillt sind. Während in Deutschland tat-
5*) Der wörtliche Titel lautet: Hortulus Chelicus. „Das ist Wohl-gepflanzter Violinischer Lust-Garten, Darin Allen Kunst-Begierigen Musicalischen Liebhabern der Weeg zur Vollkommenheit durch curiöse Stücke und annehmliche Varietät gebahnet. Auch durch Berührung zuweilen zwey drey vier Seithen auff der Violin die lieblichste Harmonie erwiesen wird. Durch Johann Jacob Walter Churfürstl. Mayntzis. Italiänischer Secretario. Mayntz In Verlegung Ludovici Bourgeat, Buchhändlern 1694.“
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