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Scan 339

Von der Violine, 1906

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1KAPITEL II
2DIE HERRSCHAFT DER SONATE
4Über den frühesten Charakter dieser beiden Sonatenformen gehen die Meinungen verschiedener alter Musikschriftsteller auseinander. Man kann jedoch mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass beide im allgemeinen die Grundzüge unserer Suite besassen, nämlich, dass sie aus mehreren, mehr oder weniger lose zusammenhängenden und aus derselben Tonart gehenden Sätzen (gewöhnlich 3 oder 4) bestanden. In der Sonata da Camera, wie der Name — Kammer-Sonate — bezeugt, waren die Sätze von weltlichem Charakter, d. h. sie bewegten sich entweder in leichtwiegenden, alten Tanzweisen (balletti) wie die Giga, Gavotte, Bourré (Menuett), oder sie waren ernsterer Natur, wie in der Allemanda, Pavane, Corrente, Ciacona; oder sie bestanden auch aus Arien, Madrigalen, Canzonen. — In der Sonata da Chiesa (Kirchen-Sonate) bestanden sie aus: Adagios, Largos und Allegros, (Fugen und Fugatos) d. i. freien melodischen und kontrapunktischen Erfindungen, wie sie sich für den Vortrag in der Kirche in Verbindung mit dem musikalischen Teile des Gottesdienstes eigneten.*)
6*) Dass es, unabhängig von diesen zwei Hauptformen (zu denen auch Torellis Concerto-Form, siehe IV. Kapitel, gerechnet werden muss), noch Kompositionen für Violine von anderem, gemischtem Charakter, z. B. der Thema- und Variationen-Art gab, zeigt sich in jener bemerkenswerten

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