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Scan 341
Von der Violine, 1906
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1dem Meister vorherrschende Geist der „musica sacra“ den weltlichen Begriffen und Anforderungen der Abwechslung und Mannigfaltigkeit machte. Als ob er die Bedeutung der langsam getragenen Musik auf dem Instrument, deren Hauptgewicht gegenüber der beflügelten, zu betonen gewünscht hätte; oder vielleicht auch nur, indem er der ihm unter dem Einflusse seiner Muse natürlichsten Geistesstimmung folgte und unmittelbaren Ausdruck verlieh: er beginnt seine Sonaten, selbst die Kammersonaten, stets mit einem Grave. Nach diesem Grave (Präludium), folgt gewöhnlich ein lebhafterer Satz, eine Corrente oder ein Allegro; dem folgt wieder ein langsamer Satz, ein Adagio, Largo oder eine Sarabande; und ein anderes Allegro, eine Gavotte oder Giga, beschliesst das Werk. Im allgemeinen blieb Corelli dieser Form für seine Sonaten beider Art treu, ob dieselben nun für 2 Violinen mit Bass wie in op. 3 und 4, oder für Violine solo mit Bass, wie in op. 5, seinem populärsten Werke, geschrieben waren; aber kleineren Veränderungen innerhalb dieser Grundform begegnet man fortwährend. Der Meister setzt z. B. den langsamen Mittelsatz schon gelegentlich in die Parallel-Tonart und liefert damit den Beweis, wie feinfühlig er dem Bedürfnisse der Abwechslung gegenüberstand und ihm auf seine Weise gerecht zu werden suchte. Neben der Sonatenform pflegte er die Form des Konzertes nach dem Stile Torellis und in seiner berühmten „La Folia“ auch die des Themas mit Variationen.
3Bedeutet die Corelli-Sonate in der Tat den ersten grossen Abschnitt und Wegweiser in der Entwicklung der Violin-Komposition, so schulden wir die weitere und in gewissem Sinne endgültige Ausbildung dieser
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