Scan 242
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Giboreau. — Lüttich.
2Giboreau, Auguste und Giboreau, Désiré Alphonse Dieudonné, geb. 27. April 1866, leben als „Luthiers“ in ihrer Vaterstadt.
4Gibson, Frank, lebt in Boston.
6Giehrl, Lorenz. — Amberg (Bayern). Geb. 10. April 1813, † 2. Juni 1892.
7Schüler von Thumhart in Amberg. Nachdem er einige Jahre hindurch in verschiedenen Werkstätten gearbeitet hatte, machte er sich in Amberg als Geigenmacher und Musikinstrumentenhändler ansässig. Während seiner vierzigjährigen Tätigkeit hat er eine Anzahl von sehr sauber nach Amati gearbeiteten Geigen gemacht. Am Wirbelkasten brachte er gerne einen Löwenkopf an. Eine sehr gute Geige von ihm besitzt das Amberger Lehrerseminar. Seltener kommen Violen und Zithern von ihm vor.
9Gigli, Giulio Cesare. — Rom. 1721. 1762.
10Wahrscheinlich ein Sohn oder Enkel des 1640 in Rom vorkommenden Cimbelmachers Giovanni Giglio. Wenn er im Ganzen auch nicht zu den hervorragenden Meistern gehörte, so machte er doch einige bessere Geigen nach Amati, die in ihrem rothgelben Lack und ihrer Arbeit für ihn sprechen. Das Museum Kraus in Florenz besitzt eine Taschengeige (Violinetto No. 599) von ihm, die nicht ohne Verdienst ist.
12Julius Cæsar Gigli Romanus
13Fecit Romæ Anno 1761
15Gilbert, Jeffery James. — Peterborough. Geb. 16. Aug. 1850 in New Rowney (Kent, England).
16Einer alten, angesehenen kentischen Familie entstammend und ursprünglich für einen andern Beruf bestimmt, hatte er im Geigenbau keinen eigentlichen Lehrer. Wohl war sein Vater (geb. 1814) ein begeisterter Musikfreund, der als Dilettant einige gute Violoncelli machte, und von ihm erhielt er die ersten Unterweisungen. Nachdem er sich einmal mit dem Geigenbau beschäftigt hatte, verlegte er sich mit Feuereifer auf das Studium dieser Kunst und trat mit den besten Kennern und Künstlern in Verbindung, so mit Charles Reade, George Hart, Horace Petherick, Dr. John Day und George Withers, von denen er werthvolle Rathschläge erhielt. Er begann seine Studien 1873 in New Romney und setzte sie dort bis 1887 fort, in welch letzterem Jahre er nach Peterborough übersiedelte. Er bildete sich ein eigenes Modell, das bis zu einem gewissen Grade von Stradivari beeinflusst erscheint und das er, ohne sich selbst stets sklavisch nachzuahmen, im Laufe der Zeit immer mehr vervollkommnet hat. Seine Arbeit ist von lobenswerther Vollendung sowohl in Bezug auf die Schönheit des Holzes und der Form, als auch in Bezug auf den Ton. Sein Lack, der von hübscher Leuchtkraft ist, zeigt entweder goldgelbe (hell und dunkel), braune oder tiefrothe Farbe und ist das schliessliche Ergebniss vieljähriger Versuche. Er hat an 200 Instrumente gemacht, die alle ein individuelles, künstlerisches Gepräge haben und von manchen Autoritäten selbst den italienischen als nahekommend an die Seite gestellt werden. Er besitzt viele Auszeichnungen; eine ausführliche Biographie von ihm veröffentlichte Rev. W. Meredith Morris in No. 121 (Mai 1900) der Zeitschrift „The Strad“.
18Jeffery J. Gilbert Peterborough
19Fecit. Anno MDCCXCIX
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