Scan 683
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1des Namens eher für eine tyrolische Abstammung. Bedenkt man, dass auch der gleichzeitig in Lyon ansässige Johann Helmer einer Füssener Familie angehört haben dürfte, so wird man Caspar Tieffenbruckers Abstammung aus Füssen gewiss glaubwürdig finden, da Alles für und nichts gegen sie spricht.
3Tieffenbrucker (Duiffopruart), Johann. — Lyon. 1585.
4Es ist Coutagne gelungen, einen Sohn Gaspard's nachzuweisen, der ausdrücklich als »faiseur de luth« bezeichnet wird, also das väterliche Geschäft fortgesetzt hat. Wahrscheinlich sind viele Instrumente, die heute dem Gaspard zugeschrieben werden, von dem Sohne herrührend, der möglicher Weise auch die Zettel seines Vaters verwendet hat.
6Tieffenbrucker, Leonardo. — Padua (?). XVI. Jahrh.
7Ein Geigenmacher, von dem nur der Name bekannt ist; E. G. Baron rühmt ihn (1727) wegen seiner gar feinen Arbeit, und sein Sohn Wendelin nennt ihn auf seinen Zetteln. Man hat diesen Leonardo für einen Sohn Caspar's halten wollen, und so lange Caspar in die Zeit von 1480—1539 gesetzt wurde, wäre dies auch glaubwürdig gewesen. Nun ist aber Caspar erst 1514 geboren, und Wendelin war ein jüngerer Zeitgenosse Caspar's. Ich möchte daher eher annehmen, dass Leonardo sowohl der Vater Caspar's als auch Wendelin's gewesen sei, der mit seinen Söhnen aus Süddeutschland (Füssen?) nach Italien eingewandert ist. Caspar verwälschte erst in Frankreich die Schreibweise seines Familienamens; Leonardo und Wendelin behielten die heimische Orthographie bei.
9Tieffenbrucker, Magnus. — Venedig. 1557. 1621 (?).
10Vielleicht ein näherer Verwandter Caspar's, da er allein unter den Mitgliedern der Familie seinen Namen in ähnlich verwälschter Form schrieb (»Dieffopruchar, Dieffoprughar« etc.). Sein Taufnahme war in Füssen sehr beliebt und es kann als weiterer Beleg für die von mir vermutete Abstammung der Familie aus Füssen gelten, dass er so getauft wurde. Zuerst finde ich ihn in einer in Modena aufbewahrten Urkunde vom 7. April 1557 als »Magnifico Mastro Magno, leutaro« erwähnt. Er kann damals nicht mehr ganz jung gewesen sein; denn in dem 1566 angefertigten Verzeichniss der Raymund Fugger'schen Kunstkammer werden seine Arbeiten ausdrücklich schon als »alte« bezeichnet*). Er muss auch ein sehr hohes Alter erreicht haben — oder es gab zwei gleichnamige Meister in Venedig —; denn in einer Mandola, die die kgl. Sammlung in Berlin besitzt, liest man die Jahreszahl 1621. Er stand in hohem Ansehen und war ein vorzüglicher Lautenmacher, von dem auch heute noch treffliche Arbeiten in verschiedenen Sammlungen zu finden sind. Eine Laute von 1560 bewahrt das schlesische Museum für Kunstgew. und Alterth. in Breslau, eine Mandola von 1607 die Sammlung des Fürsten Lobkowitz auf Schloss Roudnic, eine Theorbe das Museum Modena, eine
12*) No. 61 Eine alte Lauten vom Meister Mang. Dieffenprugger.
13No. 72 Eine alte rothe Lauten von Mang. Dieffenprugger. (Auch hier mache ich darauf aufmerksam, dass die Form Mangnus für Magnus eigentlich nur in Füssen vorkommt.)
14No. 75 Eine Lauten von Ebano von M. Dieffenprugger.
15Vgl. Stockbauer, Die Kunstbestrebungen etc. unter Albert V. und Wilhelm V. Wien 1874.
17Mandola von M. Tieffenbrucker (Dieffenbrugger)
18(kgl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin)
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