Scan 135
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Fendt, William. — London. Geb. 1833, † 1852
2Jüngster (zweiter) Sohn von Bernhard Simon F. Schüler und Gehilfe seines Vaters. Da er sehr jung starb, hat er nur sehr wenige Instrumente, darunter aber gute Violen und Bässe, gemacht.
3Geigenzettel: William Fendt, Jun. / London 18.. (gedruckt).
5Fenga, Luigi. — Catania (Sizilien). Geb. 29. Sept. 1866 in Catania
6Er erhielt eine gelehrte Vorbildung, hielt sich fünf Jahre in Paris, London, Rom und Neapel auf und begründete dann eine Firma in seiner Vaterstadt. Er befaßte sich zuerst nur mit Gitarren und Mandolinen, seit 1900 auch mit Geigen. Er erhielt in Rom 1899 eine goldene, in Paris 1900 eine silberne Medaille, scheint aber das Geschäft jetzt wieder aufgegeben zu haben.
7Geigenzettel: Aluisius Phaenga Catanensis fecit 1900 / Luigi Fenga-Catania (Italia) (gedruckt).
9Fenouillet, Michel. — Paris. 1717
10Eine sehr hübsche Bauernleier trug diesen Namen.
12Fent, François. — Paris. 1765. 1791
13Ein wahrscheinlich aus Schwaz in Tirol eingewanderter Meister, dessen Name dort noch vor drei Jahrzehnten vorkam, der aber wahrscheinlich seine erste Lehrzeit bei einem Füssener Meister durchgemacht hat. Auf einem handschriftlichen Zettel bekennt er sich ausdrücklich als Deutscher und gibt als seine Adresse »Montmartre près de la rue du Mail« an. Später wohnte er dann Cul-de-sac Saint Pierre. Er gilt als einer der geschicktesten Pariser Geigenmacher seiner Zeit, der die Italiener und besonders Stradivari gut studiert hat und trefflich nachzuahmen verstand. Ausgezeichnete Arbeit, prachtvolles Holz, schöner, rotbrauner Lack, der jetzt freilich sehr nachgedunkelt hat und fast schwarz aussieht. Sehr schön sind auch seine Schnecken, nur die F-Löcher öfter zu weit offen. Vidal macht darauf aufmerksam, daß gerade Fents Instrumente sehr stark vom Wurm angegriffen werden. Der Name wird oft Fendt geschrieben. Er selbst schrieb sich stets Fent und ließ gewöhnlich die Jahreszahl fehlen.
14Geigenzettel: fait par fent. / Mtre luthier Montmartre / près de la rue du Mail a Paris / Deitscher. (geschrieben). — Abb. 218.
16Feofanow. — Kasan. 1900
17Streichinstrumentenmacher der Gegenwart, den ein russischer Fürst ausbilden ließ, der ihm auch einige wertvolle italienische Geigen zum Kopieren lieh. Er besitzt viel Handgeschicklichkeit und verwendet einen guten Lack.
19Ferati, Pietro. — Siena. 1754. 1764
20Die Geigen, die ich mit seinem Zettel sah, zeigten unsaubere Arbeit, gewöhnliches (großjähriges) Holz, einen dicken, trübbräunen Lack und breite Einlage. Der Ton entsprach dieser Ausführung.
21Geigenzettel: Pietro Ferati / fecit Siena 1764 (gedr.).
23Ferenczy, Alexander (Sándor). — Debreczen. Wien. Geb. 14. Juli 1859 in Budapest
24Schüler von Adolf Mönnig. Als Gehilfe kam er zu Thomas Zach in Wien, bei dem er fünf Jahre lang blieb. Hier schloß er erst seine Ausbildung ab, so daß er sich mit Recht als einen Schüler Zachs betrachten kann. Er arbeitete auch bei G. Lemböck, ließ sich hierauf in Debreczen als Meister nieder und blieb sechs Jahre dort; 1893 ging er zunächst nach Budapest und dann nach Wien, wo er seinen bleibenden Wohnsitz aufschlug. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, so im Jahre 1898 auf der Jubiläumsausstellung eine Medaille und im Jahre 1907 auf der Theater- und Musikausstellung eine goldene Medaille usw.
26Ferenczy-Tomasowsky, Karl (auch Karl F. Tomasowski). — Berlin. Rotterdam, Haag, Neuyork. Geb. 1863 in Budapest
27Schüler von Zach und von W. J. Schunda in Budapest. Er hatte ein hübsches Quintett auf der Jubiläumsausstellung im Haag 1900 und erhielt schon auf der Millenniumsausstellung in Budapest einen ersten Preis als Gehilfe. Um 1889 soll er in Berlin gearbeitet haben, und nach allerlei Fährlichkeiten kam er schließlich nach Neuyork. Vgl. De Wits Zeitschrift 1904, Nr. 10 und 17.
29Féret. — Paris. 1708
30Wahrscheinlich aus Nancy stammend; er nennt sich einen Schüler von Médard, den er nachgeahmt haben soll, gute Arbeit, brauner, leuchtender Lack.
31Geigenzettel: Fait par Féret / élève de Medar, / année 1708 (geschrieben).
33Fergusson, William. — Edinburgh. 1815
34Vielleicht ein Schüler von Perry. Er war einer der besseren schottischen Geigenmacher seiner Zeit. Später lautete die Firma Fergusson & Son. — Ein Donald Ferguson arbeitete in Huntley, Aberdeenshire.
36Fernandez, Francisco
37Lebt als Saiteninstrumentenmacher in Rio de Janeiro.
39Ferrand, Eugène. — La Rochelle. Geb. in Marans 16. Aug. 1848
40Schüler der Brüder Rigondeau, bei denen er zwölf Jahre lernte, und deren Nachfolger er am 1. April 1874 wurde. Er baut Klaviere, Orgeln und Geigen usw. und ist ein vorzüglicher Violoncellist. Im Jahre 1880 kaufte er auch das Instrumentengeschäft von Dureau.
42Ferraresi, Vincenzo. — San Felice (Modena). Geb. um 1793, † 1869
43Ein mittelmäßiger Geigenmacher, der sowohl Violinen als Violoncelli und Bässe gemacht hat und auch Holzblasinstrumente verfertigte.
45Ferrari, Agostino. — Budrio. 18. Jahrhundert
46Vidal führt einen Geigenmacher dieses Namens ohne weitere Angaben an, aber weder in Domenico Golinellis »Storiche di Budrio« noch in anderen Werken
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