Scan 159
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Zeitschr. f. d. mus. Welt, Bd. VI, Heft 24) lebte er damals und gehörte zu den besseren Geigenmachern, wenn auch seine Instrumente ohne bemerkenswerte Vorzüge gewesen sein sollen.
3Gagliano, Gio. Battista. — Cremona. 1728
4Ein bisher unbekannter Sprosse der Familie Gagliano, und, wenn er wirklich gelebt hat, vielleicht ein jüngerer, früh verstorbener Bruder von Alessandro G., dessen Zettel hier auch in den Fehlern nachgeahmt erscheint. Grillet erwähnt ihn zuerst; ich habe nichts von ihm gesehen und halte den Zettel nicht für einwandfrei.
5Geigenzettel: Abb. 240.
7Gagliano, Giuseppe. — Neapel. 1725. † 1793
8Zweiter Sohn von Nicol. G. und Bruder von Ferdinando, Antonio und Giovanni. Er arbeitete ohne Sorgfalt nach den Modellen seines Vaters, aber er verstand sich gut auf den Ton, so daß seine Geigen alle gut klingen. In seiner letzten Zeit arbeitete er mit seinem Bruder Antonio zusammen. Sein Lack ist der seiner Familie. Gut sind auch seine Violoncelli, meist 74,5 cm lang. Er gebrauchte sehr verschiedenartige Zettel.
9Geigenzettel: Giuseppe Gaglianus filius Nicolini / fecit Neap. 17.. (gedruckt). — Joseph Gagliano filius / Nicolai et nepos ja- / nuarius fecit Nea- / poli 1793 (gedruckt). — Joseph & Antonius Gagliano / Fec. Ann 1793 / In Platea dicta Cerriglio (gedruckt) und Abb. 235 und 256.
11Gagliano, Nicola I. — Neapel. Geb. um 1695 (nach anderen schon 1670), † um 1740
12Ältester Sohn Alessandros, aber ungleich talentvoller wie dieser. Er ahmte im allgemeinen die Stradivari- modelle nach, meist die der älteren Perioden des Meisters, und verarbeitete sehr schönes Holz und gelbbraunen Lack. Die Decke ließ er gewöhnlich sehr stark, den Boden machte er an den Seiten etwas schwächer. Der Lack ist leuchtend gelb, selten rotbraun. Auch die Einlagen sind mit Sorgfalt und Geschmack ausgeführt. Eine sehr schöne Geige von ihm aus dem Jahre 1730 besitzt Konzertmeister Prof. J. M. Grün in Wien. Eine prächtig eingelegte Violine mit muschelförmiger Schnecke und den ursprünglichen Wirbeln sowie dem echten Saitenhalter befindet sich in Stuttgart. In den meisten Geigen der Gagliani, die noch nicht geöffnet waren, findet man innen am Ansatz des Halses einen Zettel mit der Inschrift: »In conceptione tua Virgo Maria Immaculata fuisti, / Ora, pro nobis Patrem, cujus Filium Jesum de Sp.s. peperisti«.
13Geigenzettel: Abb. 285.
15Gagliano, Nicola II. — Neapel. 1793. 1826
16Sohn und Schüler von Giovanni G. und womöglich noch unbedeutender als dieser. Er wohnte in der Galata dell'Ospidaletto.
17Geigenzettel: Nicolaus Gagliano / Filius Joannis / Neapoli 1793 (gedruckt).
19Gagliano, Raffaele. — Neapel. Geb. um 1790, † 9. Dez. 1857
20Sohn von Giovanni. Arbeitete meist mit seinem Bruder Antonio zusammen; brauner Lack, gewöhnliche Arbeit, ziemlich breite F-Löcher, aber manchmal doppelte Einlagen. Die oberste Zeile des hier abgebildeten Zettels mit den Worten »I Fratelli« erscheint in vielen Fällen weggescnitten. Ein anderer Zettel enthält in einem langovalen Kranz außer den Namen der Brüder die Angabe »Quondam Giovanni«.
21Geigenzettel: Abb. 233.
23Gagliano, Vincenzo. — Neapel. 1870, † um 1886
24Sohn von Raffaele, der die alte Firma fortführte, aber eigentlich nur Saitenfabrikant war. Obwohl er nach übereinstimmenden Mitteilungen unverheiratet und kinderlos starb, besteht das Geschäft unter der Firma; »Vincenzo Gagliano & Figlio« in Neapel weiter.
26Gaibisso, Giovanni Battista. — Alassio. 1911
27Tüchtiger italienischer Geigenmacher der Gegenwart, der nach Stradivari arbeitet. Auf der Turiner Ausstellung 1911 war er gut vertreten und erhielt eine goldene Medaille.
29Gaillard. — Mirecourt. 1830. 1856
30Der unbedeutendste Geigenmacher seiner Familie, dessen Taufname mir nicht bekannt geworden ist. Er war der Bruder von Jules G. und der Vater von Charles G.
32Gaillard, Charles. — Paris. 1850. 1881
33Er kam aus Mirecourt, wo er Schüler seines Vaters war, nach Paris zu C. A. Gand, bei dem er Werkführer wurde. Seine Arbeit ist der von Gand sehr ähnlich. Er hat wiederholt Geigen nach einem sehr kleinen Guarnerimodell gebaut.
34Geigenzettel: Abb. 280 und 297.
36Gaillard, L. — Mirecourt. Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts
37Eine interessante Zwillingsgeige mit dem Brandstempel »L. Gaillard« aus der Sammlung Snoeck (Nr. 564) befindet sich in Berlin.
38Geigenzettel: L. Gaillard (gedruckt).
40Gaillard-Lajoue, Jules. — Mirecourt. Geb. um 1820, † um 1870
41Oheim von Charles G. Erst Schüler und dann Gehilfe von Gand. Im Jahre 1852 machte er sich selbständig und erhielt bereits 1855 auf der Pariser Ausstellung eine Medaille. Seine Arbeit war sehr gut, obwohl er den Geigenbau fabrikmäßig betrieb, auch der Ton ist fast immer ansprechend, nur der Lack ist hart und spröde.
43Gairaud, Louis. — Nantes. 1735, † nach 1770
44Außer Geigen machte er auch Clavecins, seine Arbeit ist gut, wenn auch ohne bemerkenswerte Eigenschaften. Er war mit Margarete Destains verheiratet und kommt in den Kirchenbüchern von 1737 an vor, zuletzt als Pate am 25. März 1770. Vgl. Marquis de Granges de Surgères: Les artistes nantois etc. (Nantes 1898) S. 231.
45Geigenzettel: Abb. 271.
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