Scan 397
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1gewesen ist, nachdem er vorher schon von 1729 an im Hofschematismus als sein Adjunkt bezeichnet wurde. Arbeit und Lack sind wie bei seinem Vater, an dessen Geigen er ja schon seit den zwanziger Jahren mitgearbeitet hatte. Sein Modell ist hochgewölbt. Er wohnte, wie sein Vater, im Kärntner Viertel und legte am 3. Juni 1733 den Bürgereid ab. In den Steuerbüchern kommt er bis zu seinem Tode vor. Eine neunspänige Bastardlaute von ihm (Nr. 3) mit sechs einfachen Saiten aus dem Jahre 1749 besitzt die Musikinstrumentensammlung des Bachhauses in Eisenach.
2Geigenzettel: Antonius Stephanus Posch / Kais. Kön. Hoflautenmacher in Wien / 1746 (gedruckt). — Antonius Stephanus / Posch Kayserlich-Kö-/ niglicher Hoflauten-/ macher in Wien / Anno 1749. [in der Mitte der österr. Adler] (gedruckt).
4Posch (Bosch, Boss), Laux. — Schongau. 1550. 1564
5Zweifellos einer der berühmtesten Lautenmacher seiner Zeit, der wohl aus Füssen oder Fils eingewandert war. Da die Magistratsakten in Schongau nicht bis 1550 zurückgehen, war etwas Näheres über ihn nicht zu ermitteln. Wohl aber ist es bekannt, daß er für den bayrischen Hof und andere große Herren seiner Zeit viel zu tun hatte. Eine ganze Reihe von Arbeiten von ihm befand sich in Raymund Fuggers Musikkammer. Das erhaltene Verzeichnis aus dem Jahre 1566 zählt die folgenden auf: »No. 66 eine Lauten von Flader von Laux Bosch zu Schongau. No. 68 Ein Baß von Fladerholz von Laux Bosch zu Schongau, No. 69 Ein Diskantle von Fladerholz, roth, von gedachten Meister No. 70 eine alte Lauten mit einem grünen Bärtle von L. Bosch. No. 71 Ein Diskant von rothem Flader, von Gedachten . . . . No. 78 Eine Baß von Cypreßen von Schongau . . . No. 82 Ein Baß von Eibenholz von Schongau, No. 83 Eine Lauten, halb Elfenbein und halb Sandl, 1 Baß von Schongau.« Vgl. Stockbauer, Kunstbestr. unter Albrecht V. und Wilh. V. S. 83. — In den bayrischen Hofrechnungen unter Albrecht V. vom Jahre 1564 heißt es: »Laux Possen, dem Lautenmacher von Schongau, von wegen 3 trüchel (Trögel) die er gemacht . . . 405 fl.« (Vgl. Westenrieder Beitr. III. S. 75.) Schon 1554 erhielt er für vier Elfenbein-Lauten 101 Gulden 1 Sch. Vgl. A. Sandberger, Beitr. z. Gesch. d. Bayr. Hofkapelle S. 2.
7Poss (Boss), Wolf, lebte als Lautenmacher in Prag. 1592. 1593
8Geigenzettel: 1666, 1. setembre in Milano / da capo di contrada Larga / ne la botega di Cristofaro Posta (geschrieben).
10Posta, Cristofaro. — Mailand. 1666
11Seine Arbeit erinnert an die Brescianer Schule, so daß u. a. ein Violoncello von ihm lange Zeit für eine Arbeit G. da Salòs galt.
13Postacchini, Andrea I. — Fermo. Geb. Ende des 18. Jahrhunderts, lebte noch 1824
14Sohn des Amico P. Seine Arbeiten sind sehr verschieden in ihrem Werte; Folegatti lobt ihn sehr, Valdrighi dagegen findet seine Arbeit gewöhnlich. Er liebt ein flaches Modell und verwendet rotgelben oder rotbraunen Lack. Außer Geigen hat er auch Gitarren gemacht und war als Reparateur nicht ungeschickt. Im Jahre 1824 schreibt er in eine Geige »Opus 214«.
15Geigenzettel: Andrea Postacchini Amici filius / Fecit Firmi, anno 1810 opus . . (gedruckt).
17Postacchini, Andrea II. — Fermo. 1810. 1857
18Sohn des Andrea I und jedenfalls auch dessen Schüler. In seinen älteren Zetteln beruft er sich ausdrücklich auf seinen Vater (»Andreae filius«). Er hatte das Ladenschild: »Zum Erzengel Raphael«. Von seinen Geigen, deren Umrisse an Amati erinnern, gilt dasselbe wie von denen seines Vaters.
19Geigenzettel: Abb. 584.
21Postel, Otto. — Erfurt
22Geigenmacher der Gegenwart.
24Postiglione, Vincenzo. — Neapel. Geb. 14. Juli 1835 in Neapel
25Kam mit 12 Jahren zu Vincenzo Jorio in die Lehre, blieb dort 5 Jahre lang und gilt jetzt als einer der besten neueren Geigenmacher Neapels. Seine Nachahmungen Guarneris und Stradivaris sind recht gut. Es wird behauptet, daß es auch im 18. Jahrhundert schon einen Vincentius Postiglione gegeben haben soll, doch ist dies durch nichts erweisbar.
26Geigenzettel: [Initialen und Kreuz im Kreis] Vincetius (sic) Pottiglione [undeutbares Zeichen] Me fecit Neapoli Anno / 1873 (gedruckt).
28Pott s. Bott
30Pouget (père et fils). — Ardente bei Chateauroux. 1866
31Ich kenne nur Bauernleiern von gewöhnlicher Arbeit von ihnen.
32Geigenzettel: Pouget père et fils / fabricants d’instruments / Ardente près Chateauroux / 1er Mars 1866 (gedruckt).
34Pouille, Joseph. — Lille. 1865. 1879
35Ein Geigenmacher, der mir nur als Reparateur bekannt wurde.
36Geigenzettel: Réparé à Lille / par Pouille, luthier / rue Basse, en 1879 (gedruckt).
38Poulsen, Hans. — Kopenhagen. Geb. 2. März 1861 in Ullerslev auf Fyen
39Nachdem er ausgelernt hatte, ging er auf die Wanderschaft und vervollkommnete sein Können in Deutschland und gilt jetzt als sehr tüchtiger dänischer Geigenmacher. Er arbeitet recht sauber und geschmackvoll und besitzt bereits mehrere Medaillen.
41Poulton, R. — Hull. 1827
42Er handelte mit Musikinstrumenten aller Art, wie auch die seinen Zettel umgebende Zeichnung andeutet. Es
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