Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 409

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

30 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 405. See the scan on archive.org.

1Jahre lang als Gehilfe blieb. Er arbeitete dann von 1898 bis 1899 in Budapest und war darauf sieben Jahre lang bei W. Th. Jaura tätig. Im Januar 1907 machte er sich in Wien selbständig und begründete ein Zweiggeschäft in Karlsbad, das er jedoch wieder aufgab, um seine ganze Kraft seinem nun vergrößerten Hauptgeschäft in Wien widmen zu können. Er ist ein talentvoller Geigenmacher und geschickter Reparateur. Am 1. Juni 1910 kaufte er das Geschäft von C. H. Voigt und verlegte es in die Friedrichstraße Nr. 4.
2Geigenzettel: Abb. 629.
4Rauser (Rauscher), Sebastian.—Verona. 1590. 1605
5Baron nennt ihn in seiner Untersuchung der Instr. des Lauten irrtümlich »Rausgler«, und seitdem findet man ihn überall in dieser Schreibart angeführt. Baron schreibt: »Sebastian Rausgler, der Anno 1594 (wo aber, ist mir nicht bekannt) gelebt, hat gute Lauten mit breiten Spanen gemacht.« Wahrscheinlich stammte er aus Füssen oder Vils, wo der Name Rauscher heimisch ist, so war Katharina, die Mutter des Geigenmachers Anton Rief eine geborene Rauscher. — Eine Laute von ihm befindet sich in der Kunst- und Altertümersammlung auf der Veste Koburg.
6Geigenzettel: sebastian rauser in verona 1605 (gedr.).
8Raut, Jean. — Rennes (Bretagne). Geb. um 1719, † 1791
9Nicht ungeschickt; die wenigen Geigen, die man von ihm kennt, zeigen zwar gutes Holz, gute Arbeit und roten Lack, sind aber stumpf in der Form und haben einen näselnden Ton.
11Rautmann, Carl. — Braunschweig. Geb. 7. Oktober 1818, † 16. September 1895
12Er ließ sich 1845 als Geigenmacher in Braunschweig nieder, wo er später zum herzogl. Hofinstrumentenmacher ernannt wurde. 1873 erhielt er auf der Wiener Weltausstellung ein Anerkennungsdiplom.
14Rautmann, Gustav. — Braunschweig. Geb. 1849 zu Braunschweig, † 21. Januar 1917
15Schüler seines Vaters Carl R. (von 1863—1869) und seit 1895 dessen Geschäftsnachfolger. Er dehnte das Geschäft weiter aus und arbeitet hauptsächlich nach Stradivari, aber auch nach anderen Modellen, und wendete sowohl Öl- als Spirituslack an.
16Geigenzettel: C. Rautmann, / Hofinstrumentenmacher / Braunschweig (gedruckt).
18Rautmann, Hermann. — Magdeburg. Geb. 1853 in Braunschweig
19Schüler seines Vaters Carl R. Im Jahre 1877 übernahm er die Werkstatt Ferd. Haases und gilt heute als der beste Magdeburger Geigenmacher. Er arbeitet nach guten italienischen Vorbildern, ist sorgfältig in der Ausführung und setzt seinen Lack nach eigenem Rezept zusammen. Als Reparateur wird er sehr gelobt.
20Geigenzettel: fecit / Hermann Rautmann / Magdeburg 18 . . (gedruckt).
22Rauwolf (Rauchwolff), Sixtus. — Augsburg. Geb. um 1556, † nach 1619
23Zufolge des Augsburger Hochzeitsprotokolls erhielt der Lautenmacher Sixt Rauwolf am 27. Januar 1577 den obrigkeitlichen Konsens, sich zu verheiraten. Der Eintrag lautet: »Six Rauwolf und Margreth Schlaurin, weyland Sturms Lautenmachers, seligen, nachgelassne Wittib, bede Burgere; seyn Beystand Ulrich Rauwolf, Handelsmann, uff ihre saitten (d. i. ihr Beystand) Jeremias Sturm, Kistler«. Wahrscheinlich war er Geselle bei dem Augsburger Lautenmacher Sturm und hat nach dessen Tode die Witwe geheiratet. In einem Meisterregister von 1619 wird er noch angeführt und sein Alter auf 63 Jahre angegeben. Danach wäre er um 1556 geboren. Er dürfte ein Verwandter des gleichzeitig lebenden bedeutenden Arztes, Botanikers und Orientreisenden Leonhard Rauwolf von Augsburg gewesen sein. Er war ein sehr angesehener Meister und stand auch in Diensten der Fugger, für die er auf dem Schloß Kirchberg bei Ulm tätig war. Eine Laute mit dem Fuggerschen Wappen im Schalloch und mit der Umschrift »Her Jacob Fugger Her zu Kirchberg und Weissenhorn 1577« befindet sich im Besitze des Fürsten von Fugger-Babenhausen in Augsburg (1,18 lang, 0,32 breit). Auch Claudius in Kopenhagen besitzt eine Laute mit sechs doppelten und vier einfachen Saiten von ihm. Eine andere Laute (von 1593) kam aus der Sammlung Galpin nach Boston. Nicht mehr vorhanden sind die beiden Lauten, die das Inventar der Stuttgarter Hofkapelle aus den Jahren 1589—1594 aufzählt. Die eine hatte 16 Saiten, braunen Kragen und Steg, die andere war aus Eibenholz »mit Filetlein eingelegt«, und hatte gleichfalls 16 Saiten. Ebenso weiß man nicht, wohin die Baß-, Mittel- und Oktav-Lauten hingekommen sind, die für 23 fl. 48 kr. im Jahre 1585 bei ihm gekauft wurden und die im Jahre 1610 von ihm erworbenen »Pandura«.
24Geigenzettel: Sixtus Ravwolf / Avgvstanvs ann. 1598 (gedruckt). — Sixtus Ravwolf / Augustanjs (sic!) 1599 (gedruckt). — Sixt. Rauchwolff / in Kirchberg 1577 (gedruckt).
26Ravanelli (Raphanelli) (?). — Brescia. 1652. 1700
27Sein Name steht nicht fest; Vidal nennt ihn ohne weitere Angaben Raffaele Nella, andere kurz Raffaele oder Della Raffaele. In Brescia war nur eine Familie Ravanelli nachzuweisen, der u. a. der 1436 vorkommende Architekt G. B. Ravanelli angehört, weshalb es vielleicht erlaubt ist, anzunehmen, daß aus dem schlecht gelesenen Namen durch Trennung der Silben der sonderbare Rafa(el) Nella entstanden ist. Echte Geigen von ihm konnte ich nirgends erfragen, doch heißt es, daß er Maggini nachgeahmt, seine Arbeiten oft reich eingelegt und braun lackiert habe. Es wäre wünschenswert, einen unbezweifelbaren Zettel von ihm kennenzulernen.
29Ravenna, Gio. Battista, lebte als Geigenmacher im 19. Jahrhundert in Lavagna

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