Scan 471
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Silvestre, Hippolyte. — Lyon. Geb. 14. Dez. 1808 in Saint-Nicolas-de-Port, † in Sommerville 3. Dezember 1879
2Jüngerer Sohn von jenem Pierre S., der bis 1790 in Lunéville Benediktinermönch gewesen ist, und durch die Stürme der Revolution aus seinem Kloster getrieben und Lehrer in Mirecourt geworden war. Hippolyte war acht Jahre alt, sein Bruder fünfzehn, als der Vater starb und die Familie mittellos hinterließ. Beide mußten es daher für ein Glück ansehen, daß Meister Blaise sie in die Lehre nahm. Hippolyte ging später noch zu J. B. Vuillaume nach Paris, wo er seine Ausbildung abschloß. Im Jahre 1831 trat er als Teilhaber in das Geschäft seines Bruders Pierre ein, wo er bis 1848 blieb. Später zog er sich nach Sommerville zurück. Nach dem Tode seines Bruders übernahm er 1859 die Werkstatt wieder und behielt sie bis 1865. Er ging dann abermals nach Sommerville, wo er auch starb. Seine Arbeit war künstlerisch und sicherte ihm einen dauernden Nachruhm.
4Silvestre, Hipp C. (»Silvestre neveu«), s. Chrétien
6Silvestre, Pierre. — Lyon. Geb. 9. August 1801 in Sommerville (Meurthe), † 1859 in Lyon
7Schüler von Blaise in Mirecourt. Als Gehilfe arbeitete er bei Lupot und Gand-Vater in Paris und vollendete bei diesen seine künstlerische Ausbildung. Im Jahre 1829 eröffnete er in Lyon seine eigene Werkstatt, die er von 1831 an in Gemeinschaft mit seinem Bruder Hippolyte führte, der jedoch nur bis 1848 bei ihm blieb. Pierre Silvestre arbeitete dann allein weiter und kam zu hohem Ansehen. Er war ein geschickter Meister, dessen Arbeiten nicht nur im Ton, sondern auch in der äußeren Durchführung tadellos sind. Er schnitzte auch gern Frauenköpfe, Porträts u. dgl. am Wirbelkasten und folgte im allgemeinen dem Stradivariomodell. Er hat an 350 Violinen und Violoncelli gemacht und wird seinem Bruder Hippolyte entschieden vorgezogen. Nach seinem Tode kam seine Werkstatt an seinen Bruder zurück und ging von diesem auf Pichon über, von dem sie Hippolyte Chrétien, Neffe der Brüder Silvestre, übernahm. Eine Violine von tadelloser Arbeit und wundervollem Lack von ihm vom Jahre 1854 besitzt Universitätsprofessor Dr. Disselhorst in Halle a.S. Leider hat das Instrument wenig Ton, da das Holz gebacken ist. Demnach scheint auch er mißglückte Versuche mit künstlich alt gemachtem Holze vorgenommen zu haben. Im allgemeinen aber sind gerade seine Violinen wegen ihres edlen, gesangreichen Tons denen seines jüngeren Bruders vorzuziehen.
8Geigenzettel: Abb. 685, 703, 761.
10Silvestre & Maucotel. — Paris
11Im Jahre 1900 vollzogene Vereinigung von Hipp. C. Silvestre und Ernest Maucotel.
12Geigenzettel: Abb. 707.
14Silvestri, Francesco. — Verona. 1808
15Er soll auch an anderen Orten gearbeitet haben, ist aber nur als Gitarrenmacher bekannt geworden.
17Simbaldi, Giuseppe. — Rimini. 1741
18Einen Geigenmacher dieses Namens führt Valdrighi (4416) an. Ich vermute, daß der Name richtig Sinibaldi lauten muß.
20Simcock, John. — Bath. 1700
21Von ihm ist ein »Bellharp« genanntes Psalterium, dessen Korpus den Umriß einer Glocke zeigt, bekannt.
23Simensen, M. — Fredrikshald. 1840 (?)
24Ein norweg. Artillerist, der sich aus Liebhaberei mit dem Geigenbau beschäftigte.
25Geigenzettel: Repareret af Artillerist / M. Simensen / i / F-Hald 18 (unleserlich) (geschrieben).
27Simmann (Simann), Franz. — (Mittenwald) 1838
28Seiner Arbeit nach zweifellos ein Mittenwalder, wenn er auch seinen Wohnort auf seinen Zetteln nicht angibt.
29Geigenzettel: Franz Simann / Geigenmacher in Tirol / 1838 (lith.).
31Simman, Georg. — Mittenwald. 18. Jahrhundert
32Sein Name ist in der Literatur merkwürdigen Entstellungen ausgesetzt. Während einige Simon lesen, lesen wieder andere Stimmann, Valdrighi gar Umman, und doch gehört gerade Georg Simman zu den besseren Mittenwaldern, und hat namentlich auch schöne Violen (auch d’amore) gemacht.
34Simman, Johann Michael. — Mittenwald. 1765. 1785
35Ein tüchtiger Meister, von dem einzelne Geigen den besten Arbeiten der Familie Klotz gleichkommen. Eine mit Elfenbein eingelegte Gitarre von ihm aus dem Jahre 1780 besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln.
36Geigenzettel: Johann Michael Simman Geigen / macher in Mittenwald an der Isar / 1765 (gedruckt) und Abb. 741.
38Simman, Matthias. — Mittenwald. 1919
39Guter Lauten- und Gitarrenmacher.
41Simó Gábor. — Marosvásárhely. 1913
42Ein Lehrer, der aus Liebhaberei originelle Geigen baut, die er ohne Einlagen läßt und auch nicht lackiert, die aber trotzdem nicht schlecht klingen sollen.
44Simon. — Lyon. 1568. 1573
45Dieser Lautenmacher kommt merkwürdigerweise in den Urkunden nur mit seinem Vornamen vor — die Stelle für seinen Familiennamen ist in den Schriftstücken freigelassen —; er wird dabei als »joueur et faiseur de luths« bezeichnet und wohnte im Quartier St. Paul, Rue de la Pomme-Rouge. Vgl. Coutagne, Duiffop.
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- Silvestre, Hipp C. (»Silvestre neveu«)
- Simcock, John
- Simensen, M.
- Simmann, Franz
- Simman, Johann Michael
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