Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 477

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

54 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 473. See the scan on archive.org.

1Socher (Soher, Sayher), Hans. — Füssen. 1606.
2† im Januar 1614
3Einer aus Burggen stammenden Familie angehörend. Er war ein sehr angesehener Meister, dessen Arbeiten sich durch geschmackvolle Verzierungen auszeichnen. Im Jahre 1612 war er »Fürgesetzter« (Ältermann) der Füssener Lautenmacherzunft.
5Socher, Lukas. — Füssen. 1666
6Ein geschickter Lautenmacher, der in der Füssener Vorstadt wohnte.
8Socol, Pio. — Genua
9Ein Geigenmacher des 19. Jahrhunderts, der wenig Ruf besaß.
11Socquet, Louis. — Paris. 1750—1800
12Ein Geigenmacher zweiten Ranges aus Mirecourt, der das Ladenschild: »Au Génie de l’Harmonie« führte und 1775—1779 Place du Louvre wohnte. Er arbeitete fabriksmäßig, wenn auch nicht unsauber. Vidal erzählt, daß die Mirecourter, wenn sie eine recht gewöhnliche Geige in die Hand bekämen, geringgeschätzend sagten: »Das ist eine Socquet«, und daß diese Redensart sich als Sprichwort bis heute erhalten habe. Seine Violoncelli haben kleines Patron. Sein Lack ist schmutzig gelb. Seine älteren Arbeiten sind durchaus vorzuziehen, er scheint übrigens erst in der zweiten Hälfte seines Lebens zur handwerksmäßigen Arbeit herabgesunken zu sein. Man hat daher schon die Behauptung aufgestellt, daß es zwei Socquets gegeben haben müsse, einen guten und einen schlechten, wofür aber jeder Beweis fehlt.
13Geigenzettel: Abb. 698.
15Socquet vgl. auch Coquet
17Soffritti, Ettore. — Ferrara. 1885. 1911
18Italienischer Geigenmacher der Gegenwart, der auf der Turiner Ausstellung 1911 eine goldene Medaille erhielt.
20Soher s. Socher
22Sohet. — Lüttich. 1805
23Er arbeitete nur handwerksmäßig und ist wenig bekannt. Eine Violine von ihm besaß C. C. Snoeck.
24Geigenzettel: Abb. 690.
26Sohn (?), Walter. — Wien
27Eine Gitarre in der Snoeckschen Sammlung in Berlin, die wohl aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts stammen dürfte, trägt den untenstehenden Zettel: »Walter Sohn / in Wien.« Da über diesen Meister in Wien nichts zu erfahren war, kann ich nur der Vermutung G. Kinskys beipflichten, der es für wahrscheinlich hält, daß der Sohn des trefflichen Klavierfabrikanten Anton Walter der Verfertiger der obengenannten Gitarre ist. Die Firma hieß bekanntlich Anton Walter & Sohn.
29Soldato s. Guadagnini, Gius. I
31Soliani, Angelo. — Modena. Geb. 1752 (1772?), lebte noch 1810
32Zuerst soll er in Mantua ansässig gewesen sein. Seine Arbeit ist recht gut und erinnert manchmal an Guadagnini; er hat ein sehr flaches, langgestrecktes Modell bevorzugt, machte aber auch gelegentlich höhere Wölbungen. Besonders zu loben ist sein bernsteingelber oder orangeroter feuriger Lack. Die Schnecke ist klein, schwungvoll und tief ausgestochen. Das Holz ist meistens recht schön. Seine Geigen sind gute, hellklingende Orchesterinstrumente. Außer seinem Zettel verwendete er auch Brandmarken, unter anderen eine auf seinen Namen anspielende Sonne, die er auch auf seinen Zetteln gerne anbrachte.
33Geigenzettel: Angelus Soliani Fecit / Mutinae 1792 [mit Sonne] (gedruckt).
35Sollner, Franz Josef. — Tachau i. B. Geb. 1848 in Tachau
36Neffe von W. J. Schunda, Schüler von Gabriel Lemböck. Nach Beendigung seiner vierjährigen Lehrzeit arbeitete er als Gehilfe in Wien und Budapest und eröffnete 1876 in seiner Vaterstadt seine eigene Werkstatt. Im Jahre 1888 folgte er einem Ruf nach London, ging 1890 nach Budapest zu seinem Oheim auf zwei Jahre als Werkführer und kehrte dann nach Tachau zurück. Er arbeitet meist nach den Modellen von Stradivari, Guarneri und Maggini und verwendet einen schönen Spirituslack eigener Zusammensetzung. Seine Arbeit ist lobenswert, der Ton weich und das Holz recht gut. Auch im Wiederherstellen alter Geigen erweist er sich als würdiger Schüler seines trefflichen Meisters.
37Geigenzettel: Franz Jos. Sollner / Tachau 1901 (gedr.). — Reparirt: / Franz Jos. Sollner / Tachau 1901 (gedr.).
39Solmann, Friedrich. — Augsburg. 1802
40Ist mir nur nach seinem Zettel bekannt geworden.
41Geigenzettel: Friedrich Solman, Lauten, / und Geigenmacher, in Augs- / burg. Anno 1802 (gedruckt).
43Somer, Nicolas. — Paris. 1725. † vor 1776
44Er gehörte einer bekannten Orgelbauerfamilie an und ist mir selbst auch nur als Orgelbauer bekannt. Doch war er geschworener Meister der Lautenmacherzunft für 1749 und später Syndikus; auch finde ich Geigen von ihm in englischen Händlerverzeichnissen ausgeboten. Seine Witwe, die Pont au Change wohnte, führte das Geschäft von 1776—1783 fort.
46Somerauer s. Sumerauer
48Somers, Laurentius. — Antwerpen. 1781
49Ein mittelmäßiger Geigenmacher, von dem nur selten Arbeiten vorkommen.
50Geigenzettel: Laurentius Somers tot Antwerpen 1781 (gedruckt).
52Sommer, Egyd. — Absroth, Schönbach b. E. 1896. 1900
53Ein Baß- und Violoncellomacher, der in Eger und Aussig silberne Medaillen erhielt. Es sollen noch mehrere Mitglieder dieser Familie als Geigenmacher tätig gewesen sein, so ein Hermann Sommer, der am 15. Juli 1870 in Wien starb.

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