Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 513

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

28 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 509. See the scan on archive.org.

1Cappas, in welch letzterem Falle es nicht schwer ist, ihm seine Arbeit zurückzugeben. Er arbeitete nach verschiedenen Modellen und nahm vortreffliches, aber nicht immer schönes Holz. Der Lack ist braungelb oder gelb mit rotbrauner Schattierung, die Schnecke oft etwas flach, wenn auch von hübschem Schwung. Der Ton meist edel und weittragend. Seine Violoncelli und Bässe sind gleichfalls recht gut, obwohl er den Boden meist aus Birnbaumholz hergestellt hat. Die Rückseite seiner Schnecken zeigt oft eine etwa einen Finger breite, flache Stelle, über der die Hohlkehlen zu beiden Seiten plötzlich beginnen. Bei seinen Violoncelli findet man die Brandmarke (einen Adler) gewöhnlich mehrfach eingebrannt. Daß er auch in Cremona gearbeitet hat, ist unerwiesen. Zwei Violinen von ihm (von 1692 und 1708) besitzt das Mailänder Konservatorium. Die von 1708 hat eine Gesamtlänge von 58,8 cm, Korpus 35,5, Breite zwischen den ) (7,9, Zargenhöhe 2,9 cm. Seine Violoncelli waren gewöhnlich 72,5 cm lang. Eine 3/4-Geige befindet sich in der Sammlung C. Claudius in Kopenhagen. Viele seiner Geigen haben folgende Maße: Länge: 35,6 cm, obere Breite: 16,8 cm, mittlere Breite: 11 cm, untere Breite: 20,5 cm, obere Zarge: 2,9 cm, untere Zarge: 2,9 cm, Länge der Schnecke: 10,5 cm.
3Geigenzettel: Carlo Giuseppe Testore, allievo / di Gio Grancino in contrada / Larga di Milano 1690 (gedr.). — Carlo Giuseppe Testore in Con / trada larga di Milano al / segno dell’ aquila 1700 (gedruckt) und Abb. 794.
5Testore, Gennaro (?). — Mailand. 1767
6Stadtrat Blessig in Riga besaß eine sehr gutklingende Viola mit dem Zettel: »… aro Testor figlio / del fu Paolo 1767«. Demnach wäre der Verfertiger ein Sohn von Paolo Antonio T. gewesen. Die Arbeit entspricht auch tatsächlich den Werkstattgewohnheiten Paolos und ist im ganzen nachlässig, das Holz unschön, der Boden Pappelholz, hohe Zargen und dunkelbrauner Lack. Auffällig ist der geschnitzte Beinknopf am Kopf des Wirbelkastens. Der Ton aber ist gesangreich und tragend. Das ganze Instrument ist 69 cm lang, Korpus 42,5, obere Breite 19,5, untere Breite 23,5, zwischen den ) (13,5, Zargenhöhe unten 4,3, oben 4,1 cm.
8Testore, Giovanni. — Mailand. 1764
9Das jüngste Mitglied der Familie, Sohn von Carlo Antonio T. und dessen Geschäftsteilhaber, wie eine Geige (Guarnerimodell) aus der Sammlung Snoeck (Nr. 511) in Berlin beweist. Kann er auch den Vergleich mit seinem Großvater nicht aushalten, hat er doch die Traditionen seines Hauses sorgsam gepflegt und einzelne sehr gute Geigen gemacht.
10Geigenzettel: Carlo Antonio e Giovanni Padre e figlio / Testori, il qual Carlo e figlio Maggiore / del fu Carlo Giuseppe Testore, abitanti / in Contrada larga al segno dell’ aquila / Milano 1764 (gedruckt).
12Testore, Paolo Antonio. — Mailand. Geb. um 1690, † nach 1760
13Jüngerer Sohn von Carlo Gius. T. Bis 1710 arbeitete er mit seinem Bruder zusammen und von da an allein; er war sehr fleißig, hat sich jedoch mehr auf das Lauten- und Gitarrenmachen verlegt, weshalb nur wenige Geigen von ihm vorkommen. Als Geigenmacher erreicht er seinen Vater nicht. Er läßt die Einlagen gern fehlen oder bringt sie nur an den Geigendecken an, während sie auf dem Boden durch schwarze Linien ersetzt sind. Bei gut erhaltenen Arbeiten von ihm ist der Lack manchmal nicht schlecht, oft aber recht mangelhaft und von blaßgelber Farbe. Er ahmte das Guarnerimodell nicht ungeschickt nach, nahm aber meist armseliges Holz (ohne Flammen usw.). Den Adler benutzte auch er als Brandmarke. Ein gutes Violoncello von ihm aus dem Jahre 1732 besitzt Vandenbrinck in Godesberg. Die Gesamtarbeit daran ist allerdings ziemlich grob, das Deckenholz geradezu häßlich, mit vielen Ästen durchsetzt, dagegen sind die Zargen aus schönem Spiegelholz und der Boden von hübscher Wölbung. Der Wirbelkasten ist groß, nur hat die Schnecke selbst auffallend kleine Ohren. Der gelbbraune Lack ist von guter Beschaffenheit. Eine hübsche Taschengeige mit goldgelbem Lack aus dem Jahre 1738 besaß Valdrighi.
14Geigenzettel: Abb. 786.
16Teubner, Otto. — Magdeburg. 1900
17Aus Markneukirchen stammend, beschränkt sich hauptsächlich auf den Handel mit Musikinstrumenten.
19Teufelsdorfer, Peter. — (Buda-)Pesth. Geb. 1784, † 1845
20In seinen jungen Jahren arbeitete er in Wien bei Geissenhof, als dessen Schüler er gelten kann. Er war ein angesehener und vielbeschäftigter Meister, der auch als Lehrer verdienstvoll wirkte und um 1837 Obervorsteher der Innung wurde. In seiner Arbeit steht er den gleichzeitigen Wienern sehr nahe. Er arbeitete nach Stradivari, doch kenne ich auch zwei sehr gut gelungene Magginikopien von ihm. Er verwendete schönes Holz und einen rotgelben Lack. Ein vortreffliches Quartett von ihm stellte A. Poller auf dem Berliner Geigenmachertag 1910 aus. In der Budapester Servitenkirche befindet sich ein trefflicher großer Baß von ihm.
21Geigenzettel: Peter Teufelsdorfer in Pesth / fecit Ao. 1828. (geschrieben). — Petrus Teufelsdorfer / fecit Pestini 1836 (geschrieben).
23Teuffel. — Breslau. 18. Jahrhundert
24Derselben Schule wie Joh. Casp. Goebler zuzuzählen; er arbeitete nach ähnlichen Modellen und verwandte den gleichen Lack.
26Thanner (Danner), Johann (Hans). — Stuttgart. 1573. † 1581
27Ein vielseitiger und geschickter Musikinstrumentenmacher, der auch ein besonders tüchtiger Musiker war und als solcher in der Hofkapelle angestellt war. Er bezog einen auskömmlichen Gehalt vom Hofe (während andere nur 30 fl. und weniger erhielten). Um die Kapelle von den auswärtigen Instrumentenmachern unabhängig zu machen, gründete er 1578 mit Christof Frey »als Laboratorium« eine eigene Musikinstrumentenwerkstatt, in der alle Arten von Instrumenten hergestellt

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