Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 72

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

37 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 68. See the scan on archive.org.

1Campi, Giuseppe. — Pescina. 1760. 1762
2Ein Geigenmacher, der vielleicht in Pesaro gelernt hat oder zu Odoardo in Beziehung stand. Seine Geigen sind nicht schlecht, flach gewölbt, aber von handwerksmäßiger Arbeit.
3Geigenzettel: Josephus de Campis / in Pescina Ao 17… (geschrieben). — Giuseppe Campi fece / in Pescina Anno 1762 (geschrieben).
5Campion. — Paris (?). 1823
6Nur nach einer reich mit Perlmutter und Ebenholz eingelegten Gitarre aus Mahagoniholz bekannt, die in Paris im Jahre 1823 ausgestellt war.
8Camploy, J. — Verona. 1854. 1860
9Wie so viele andere wollte auch er den alten Cremoneser Lack neu erfunden haben und stellte Geigen mit diesem Lack in München im Jahre 1854 aus.
11Cannon, James. — Dumfries. Geb. in Plascow (Kirkcudbrightshire) 1855
12Er kam um 1880 als Bahnbeamter nach Dumfries und ist ein guter Geiger. Er besaß eine von seinem Großvater gemachte Violine, die ihn zuerst veranlaßte, sich auch im Geigenbau zu versuchen. Er studierte Ottos Schriftchen und hat aus Liebhaberei eine Anzahl Geigen gemacht, die nicht schlecht sind.
13Geigenzettel: J. Cannon, / Dumfries, / 1888 (gedr.).
15Cans, Dominik. — Oudenaarde (Belgien). 1748. † 1806
16In der Sammlung Snoeck befand sich eine von Jooris Willems gebaute Baßviola mit seinem Reparaturzettel. Er war von Beruf Apotheker und nur aus Liebhaberei Geigenmacher.
17Geigenzettel: D. Cans refecit / Aldenardæ, anno 1801 (gedruckt).
19Capellus, Antonius. — ? 1563
20Eine Diskantlaute mit diesem Namen und Datum besitzt C. Claudius in Kopenhagen.
22Capiari. 1846
23Italienischer Geigenmacher, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts tätig war.
25Capo (Capa), Antonio. — Cremona. 1796
26Einige wenige Geigen tragen seinen Namen; auch bei Valdrighi (4093) wird er erwähnt.
28Capo. — Mailand. 1717. 1718
29Ebenso selten vorkommend wie der gleichnamige Cremoneser. Vidal führt nur den Namen an; Grillet fügt die Beschreibung eines Zettels hinzu, ohne auf seine Arbeiten einzugehen. Beide sind vielleicht Nachkommen G. Cappas. Eine Violine (35,4 mm) von ihm mit einem Pergamentzettel besitzt Julius von Thury in Budapest. Sie erinnert eher an das Klotz-Modell als an die Arbeiten gleichzeitiger Mailänder, ist aber eleganter im Umriß und hat recht hübsche F-Löcher.
31Cappa, Giuseppe Francesco. — Saluzzio. 1640
32Grillet veröffentlicht seinen Zettel. Wenn die Jahreszahl richtig gelesen und der Zettel echt ist, dann wäre dieser bisher unbekannte Gius. Franc. C. vermutlich als ein Oheim des berühmteren Goffredo C. anzusehen.
33Geigenzettel: Abb. 139.
35Cappa, Goffredo. — Saluzzo. Geb. 1644 in Saluzzo, † 6. Aug. 1717
36Sohn des Andrea C. aus Finalborgo. Er war wahrscheinlich ein Schüler Nicolo Amatis. Von seinen Lebensschicksalen weiß man bedauerlicherweise sehr wenig, nur daß er im Jahre 1679 die Maria Scotti geheiratet hat. Er gehört zu den besten Meistern der Amatischule und geriet unverdienterweise so in Vergessenheit, daß allerlei schiefe Urteile über ihn und seine Arbeit lange genug unwidersprochen verbreitet werden konnten. Auch wurden seine Zettel gefälscht und mit unsinnigen Jahreszahlen versehen in minderwertige Geigen geklebt, während seine echten Arbeiten als Arbeiten der Amati, deren Namen den Händlern geläufiger waren, verkauft worden sind. Er nimmt die Wölbung ein klein wenig höher als sein Lehrer, hat eine andere Schnecke, kurze, weite F-Löcher, hohe Zargen und kommt im Lack seinen größeren Zeitgenossen nicht gleich. Seine Geigen haben jedoch einen edlen Ton und können in dieser Beziehung mindestens den Arbeiten G. B. Rogeris gleichgestellt werden. Da seine besten Violinen, wie schon bemerkt, längst mit Amati zetteln versehen wurden, kommt nur selten ein einwandfreies Exemplar mit seinem Namen zum Vorschein, eher begegnet man noch Violen und Violoncelli von ihm, so daß es begreiflich erscheint, wenn man angenommen hat, daß ihm diese Instrumente besser gelungen seien. Auf den Zetteln, die er in seine Arbeiten klebte, liest man: Iofredus Cappa fecit / Salutiis anno 16… (gedruckt). Diese Zettel wurden schon in alter Zeit gefälscht, und da sie häufig verwendet wurden, läßt dies doch einen Rückschluß darauf zu, daß Cappa seinerzeit einen gewissen Ruf bei den Geigern gehabt haben muß. Dafür spricht auch, daß verschiedene geschickte Geigenmacher als Cappa-Schüler bezeichnet wurden, so die Turiner Meister G. Francesco Celoniato, der etwas ältere Gius. Francesco Catenari und Nicola Giorgi, ferner Domenico Bombirio in Villafranca und Spirito Sorsana in Coni und bis zu einem gewissen Grade auch Carlo Giuseppe Testore in Mailand. Es wird sich schwer feststellen lassen, was da willkürliche Vermutung und was Überlieferung ist. Nach G. Hart soll es Geigen Cappas geben, die als Ursprungsort Turin bezeichnen. Mir ist eine solche nie vorgekommen, auch auf seinen echten oder nachgeahmten Zetteln habe ich nie diese Ortsangabe gefunden, sondern immer nur Saluzzo. Wir wissen ja jetzt auch, daß er dort geboren und gestorben ist, dort geheiratet hat, und daß er einen Sohn hinterließ. Ich glaube daher nicht daran, daß er je in Turin ansässig war, und neige auch zu der Ansicht, daß ihm nur infolge des angeblichen Aufenthaltes in Turin die genannten Turiner Meister als Schüler zugewiesen wurden. Cappa ist ein Meister des Geigenbaues, der es verdienen würde, daß man sich mit seinem Leben und seiner Kunst eingehender beschäftigte. Glücklicherweise wendet ihm jetzt Bischof Oberti von

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